Berichte

Deutsche Schulschachmeisterschaften WK Mädchen 2009

An den Vorjahreserfolg angeknüpft

DSSM WK M   15.-18. Mai 2009  Von Kristin Wodzinski

Nachdem ich im letzten Jahr mit meiner Schule, dem Mallinckrodt-Gymnasium aus Dortmund, den Vizemeistertitel erspielt hatte musste nun eine neue Herausforderung her. Nachdem die Ausrichtung der Landesmeisterschaften in NRW immer gut funktioniert hatte, wagte ich mich nun an das Experiment Deutsche. Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass das Lampenfieber erst am Abend vorher anfing, als mich die Frage, ob ich nicht noch irgendetwas vergessen hatte nicht schlafen lief. Doch dann kam alles schneller als erwartet und die ersten Mannschaften trafen in Karlsruhe ein (an dieser Stelle möchte ich die Magdeburger erwähnen, eine sehr sympathische Mannschaft, die im nächsten Jahr gerne wieder kommen darf, jetzt wo sie weiß, dass Mannheim und Karlsruhe nicht das gleich ist ;))

Nach dem warmen Abendessen (das ist schon etwas Seltenes) war die Betreuerbesprechung angesetzt. Nach guten Ratschlägen von Herrn Scholvin, der bezüglich der Ausrichtung ja schon Erfahrung hat, war das auch gar kein Problem und alle Fragen konnten beantwortet werden. Als Einstieg in unser geplantes Rahmenprogramm gab es dann ein Tandemturnier. Es siegte das Team "Hallo Galli" bestehend aus Hanna Hoffmann und Alice Demetrescu. Für das Helferteam war der Tag erst am nächsten Tag zu Ende, schließlich mussten die Turniersäle noch hergerichtet und das Chaos im Turnierleiterraum beseitigt werden.

Am Samstagmorgen starteten wir dann pünktlich zur ersten Runde. Hier zeigte ich auch ziemlich schnell, dass gerade die Vereinsspieler doch Probleme mit der Bedenkzeit hatten. Kiel und Kenzingen retteten sich immerhin in ein 2-2, dafür mussten die Mädchen aus Arnstadt durch dreimalige Zeitüberschreitung ein 1-3 gegen Bruchsal einstecken.

Auch in der 2. Runde gab es einige Überraschungen. Während die Jüngsten einen Sieg gegen die an 11. gesetzten Dortmunderinnen einfahren konnten, trennten sich Kenzingen und Arnstadt im "Kellerduell" 2-2. Auch Kiel und Jever kamen gegen schwächere Mannschaften nicht über ein 2-2 hinaus. Direkt im Anschluss folgte die 3. Runde. Der doch straffe Zeitplan hinterließ auch wieder einige Spuren, Kiel und Kenzingen gelangen wieder nur ein 2-2, das dritte in Folge (schon fast rekordverdächtig).

Um den Kopf frei zu bekommen, ging es dann noch in das Europabad. Während die einen den Abend im kühlen Nass verbrachten, saß die andere Hälfte vor dem Bildschirm, um Deutschland beim Grand Prix anzufeuern und die andere Hälfte, die waschechten Schachspielerinnen, an den Brettern, um die Blitzmeisterin auszuspielen.

Am Sonntag ging es im gleichen Rhythmus weiter. Frühstück, Runde, Mittagesse, Runde, Runde, Abendessen, Freizeit. Die Ergebnisse entsprachen fast alle den Erwartungen und bis auf das ein oder andere unerwartete Mannschaftsremis, waren alle Ergebnisse zu erwarten. So war am Abend noch alles offen und die meisten Teilnehmerinnen bereiteten sich auf die letzte Runde mit einem Besuch im Kino vor.

Am Montagmorgen ging dann alles recht schnell. Während das Organisationsteam alles für die Siegerehrung vorbereitete, beantragten einige Mannschaften, dass die Betreuer sich während der letzten Runde nicht im Turniersaal aufhalten sollten. Dies wurde natürlich berücksichtigt und so wurde die Runde zumindest im Spielsaal sehr entspannt durchgeführt. Um 11.30h wurden die Türen des Turnierleiterraums geschlossen, Rangslisten gedruckt und Urkunden fertig gestellt. Kurz darauf konnten wir dann die Siegerehrung durchführen.

Jede Spielerin bekam eine Urkunde und eine Medaille. Bei den Top 5 angekommen, gab es dann auch die begehrten Pokale. Mit 8-6 Mannschaftspunkten wurde die Marienschule aus Limburg 5. Auf einem guten 4. Platz landete der badische Meister, das Gymnasium Kenzingen. An 1 gesetzt bekamen die Mädchen aus Arnstadt den Pokal für den 3. Platz. Wie im Vorjahr kommt auch der diesjährige Vizemeister aus Nordrhein-Westfalen, die Märkische Schule aus Wattenscheid. Neuer Deutscher Meister ist mit 12-2 Mannschaftspunkten das Friedrich Dessauer Gymnasium aus Aschaffenburg. Die Brettpreise gingen an Vanessa Kohm, Henrike Knof, Bianca Schätz und Laura Müller.

Nach diesem anstrengenden Wochenende bleibt mir nun nichts weiter übrig, als mich bei allen Helfern ganz herzlich zu bedanken, und zu hoffen, dass wir die Meisterschaft im nächsten Jahr wieder ausrichten dürfen.

 

 

 

Freitag

07:20Uhr: Die letzten Informationen in der Teilnehmerliste wurden aktualisiert, bis auf eine Mannschaft

                ist nun alles vollständig.

13:06Uhr: Die ersten Mannschaften werden vom Hauptbahnhof abgeholt, bis auf die, die schon in Mannheim

                ausgestiegen sind.

14:00Uhr: In der Jugendherberge angekommen werden nun die ersten Zimmerschlüssel verteilt.

18:00Uhr: Zum Abendessen gibt es typisch "schwäbische" Maultauschen.

18:30Uhr: Auch die letzten Mannschaften sind nun angekommen.

19:30Uhr: Bei der Betreuerbesprechung wird der Turnierausschuss gewählt. Außerdem wird das

                Tagesprogramm besprochen.

20:15Uhr: Das Tandemturnier ist mit 12 Mannschaften relativ gut besucht, wenn man bedenkt, dass die

                meisten Mannschaften schon lange unterwegs waren.

21:30Uhr: Da einige Teams außer Wertung gespielt haben wurde das Dortmunder Duo bestehend aus

                Hanna Hoffmann und Alice Demetrescu erster.

 

Samstag

07:00Uhr: Die ersten Mannschaften kommen zum Frühstück.

09:30Uhr: Die 1. Runde beginnt. Es gab sogar einige Überraschungen, die Spitzenpaarung Arnstadt

                gegen Bruchsal konnte das Gymnasium aus Bruchsal in der Zeitnotphase 3-1 für sich

                gewinnen. Auch Hamburg schaffte ein 2-2 gegen Kenzingen. Im Gegensatz dazu schaffte

                die zweite Badische Mannschaft aus Neureut ein überraschendes 2-2 gegen Kiel.

13:45Uhr: Nach dem Mittagessen eröffneten wir die 2. Runde. Wieder schaffte Bruchsal gegen

                die an 5 gesetzten Kieler ein 2-2. Arnstadt musste gegen Kenzingen antreten und

                sich mit einem 2-2 zufrieden geben. Die Grundschule aus Brandenburg  schaffte einen

                Sieg gegen das Mallinckrodt-Gymnasium. Neubrandenburg gewann am letzten Tisch

                gegen Lübeck und erspielte sich 2 Mannschaftspunkte.

16:00Uhr: So langsam wird es an der Spitze spannend, keine Mannschaft ist nun verlustpunktfrei.

                An Tisch 1 teilten sich Wattenscheid und Aschaffenburg die Punkte, auch Limburg schaffte

                ein 2-2 gegen die Mädchen aus Kenzingen. An Tisch 5 wurde der Punkt zwischen Kiel

                und Magdeburg ebenfalls geteilt.

19:30Uhr: Nach dem Abendessen machen wir nun das Europabad in Karlsruhe unsicher....ein bisschen

                Abkühlung könnte für die morgigen Partien vielleicht helfen.

20:00Uhr: Während 30 Mädchen das Europad unsicher machen, kämpfen 7 Mädchen und den

                Titel der Blitzmeisterin. Hanna Hoffmann gewinnt mit 7 Punkten und der besseren Feinwertung.

22:00Uhr: Die ersten Partien zum Nachspielen sind online und können auch von den Daheimgebliebenen

                angeschaut werden.

23:45Uhr: Deutschland erreicht beim Eurovision Songcontest den 20. Platz.

 

Sonntag

07:30Uhr: Der Speiseraum ist noch leer, wahrscheinlich war der gestrige Abend für einige doch etwas

                anstrengend.

09:30Uhr: Die 4. Runde beginnt relativ pünktlich. An Tisch 3 gewinnt Bruchsal gegen Stade mit 2,5 - 1,5

                Punkten, Hamburg schafft gegen Limburg ein 2-2, wobei die Entscheidung in letzer Sekunde

                am 1. Brett fiel. Auch an Tisch 7 war der Ausgang ziemlich spannend. Nach 40 geblitzten Zügen

                gewann das Mallinckrodt-Gymnsium jedoch an Brett 1 und somit 3-1 .

13:30Uhr: Die 5. Runde verläuft wenn man die Setzliste ankommt relativ normal, lediglich Hamburg

                schafft ein 2-2 gegen die an 7 gesetzten Mädchen aus Stade.

16:00Uhr: Die vorletzte Runde beginnt und so langsam wird es spannend, sowohl an der Spitze auch

                als am Ende des Teilnehmerfeldes. Jever gewinnt an Tisch mit einem 3-1 gegen Kiel, nachdem

                Germaine Kickert am 1. Brett einen phänomenalen Blitzendspurt hingelegt hat. Am 2. Tisch

                schafft Mainz ein 2-2 gegen Aschaffenburg und Wattenscheid verliert gegen Arnstadt. Damit

                ist für die morgige Schlussrunde noch alles offen. Die ersten vier Plätze haben noch eine

                    theoretische Chance auf den Titel.

               

Mannschafts-Rangliste: Stand nach der 6. Runde

Rang

MNr

Mannschaft

TWZ

At

S

R

V

Man.Pkt.

Brt.Pkt

Buchh

1.

3.

Fried. Dessauer

1275

 

4

2

0

10 - 2

16.5

42.0

2.

2.

MS Wattenscheid

1406

 

4

1

1

9 - 3

17.5

46.0

3.

1.

Gymn. Arnstadt

1443

 

4

1

1

9 - 3

17.0

41.0

4.

10.

Schönborn Bruchsa

975

 

3

2

1

8 - 4

12.5

43.0

5.

7.

Athenaeum Stade

1019

 

3

1

2

7 - 5

15.0

35.0

6.

9.

Gym. Mainz-Gons.

1016

 

2

3

1

7 - 5

13.5

43.0

7.

4.

Gymn. Kenzingen

1227

 

2

3

1

7 - 5

13.5

39.0

8.

6.

Mariengym. Jever

1108

 

3

1

2

7 - 5

13.0

38.0

9.

8.

Mariens. Limburg

1018

 

2

2

2

6 - 6

14.5

33.0

10.

11.

Mallinckrodt Do

950

 

3

0

3

6 - 6

11.0

29.0

11.

13.

MCG Hamburg

876

 

1

3

2

5 - 7

12.0

40.0

12.

14.

Gymn. Neureut

842

 

2

1

3

5 - 7

11.5

28.0

13.

5.

MPS Kiel

1163

 

1

3

2

5 - 7

11.0

34.0

14.

12.

W.-v.-S. Gymn.

925

 

2

1

3

5 - 7

10.5

39.0

15.

16.

GS Pestalozzi

801

 

2

1

3

5 - 7

8.5

29.0

16.

18.

AEG Neubrandenbur

799

 

1

1

4

3 - 9

7.5

32.0

17.

17.

Kath. S. St. Mari

800

 

1

0

5

2 - 10

5.5

29.0

18.

15.

Trave-Gymn. Lübec

828

 

1

0

5

2 - 10

5.5

28.0

          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag

07:30Uhr: Nach technischen Problemen mit dem Unidrucker sind die Urkunden nun in Arbeit

                und die letzte Runde kann kommen.

09:00Uhr: Die Mannschaften stellen einen Antrag, dass keiner der Betreuer in der letzten

                Runde im Turniersaal sein darf. Wir haben uns dazu entschlossen diesen Wunsch zu

                respektieren, damit möglich Betrugsversuche ausgeschlossen werden können.

10:00Uhr: Noch alles ist offen, bis jetzt sind keine Entscheidungen gefallen.

10:30Uhr: Auch die BNN ist vor Ort und möchte über die Meisterschaft berichten. Die ersten

                Partien sind beendet der erste Sieg geht an die Max-Planck-Schule aus Kiel, gefolgt

                vom Gymnasium Neureut.

11:15Uhr: Ebenfalls gewonnen haben bereits Berlin,  Hamburg und Limburg. An den Tischen

               1-4 sind zwar schon erste Partien  beendet, aber noch nichts entschieden.

11:30Uhr: Während 100e Urkunden unterschrieben werden, sind auch die letzten Partien beendet.

                Jever und Stade trennten sich im Lokalderby unentschieden. Kenzingen, Wattenscheid

                und Aschaffenburg gewannen ihre kämpfe und sicherten sich ihre Plätze unter den ersten

                fünf.

12:00Uhr: Die Siegerehrung beginnt. Der neue Deutsche Meister kommt aus Aschaffenburg.

                Lediglich 2 Mannschaftspunkte wurden gegen Wattenscheid und Mainz abgegeben.

                Wattenscheid ist neuer Vizemeister mit 11-3 Mannschaftspunkten nur einer Niederlage

                gegen Arnstadt und einem Remis gegen Aschaffenburg. Die Mädchen aus Anrstadt, die

                einen sehr unglücklichen Start hatten, konnten mit 9-5 Mannschaftspunkten noch den

                dritten Platz erreichen. Kenzingen schaffte ebenfalls 9 Mannschaftspunkte hatte aber

                2,5 Brettpunkte weniger. Den letzten Pokal bekam die Marienschule aus Limburg, die durch

                    einen 4-0 Sieg in der letzten Runde die beste Mannschaft mit 8 Mannschaftspunkten war.

 

 

 

An dieser Stelle würde ich mich über ein paar Berichte von Spielerinnen, Betreuern oder Gästen freuen:

 

Ludwig Seelentag (Berlin) schrieb:

 

Bericht von der Deutschen Meisterschaft im Mädchen-Schul-Schach Karlsruhe 15.5. – 18.5.2009

 

Am Freitag, 15.5. trat unsere Berliner Meister-Mannschaft in der Besetzung Vivien Morawiak (9Gc) – Karolina Danicka (9Gc) – Angelika v. Chamier (7Rb) – Jessica v. Chamier (7Ra) – Betreuer: Herr Seelentag  die lange Reise nach Karlsruhe an.

Abends wurde am Turnierort nur noch Organisatorisches geklärt.

Das Turnier begann am Samstag, 16.5. Teilnahmeberechtigt sind die Landesmeister der 16 Bundesländer; Baden-Württemberg stellt zwei Mannschaften, da Baden und Württemberg getrennt organisiert sind. Das Feld vervollständigt ein zweiter (hier also dritter) Teilnehmer des Gastgeberlandes.

Bremen, das Saarland und Sachsen sahen sich nicht in der Lage, einen Meister zu stellen, so dass NRW, Schleswig-Holstein und Niedersachsen einen zweiten Startplatz erhielten.

Neun Mannschaften bestanden ausschließlich aus Vereinsspielerinnen; nur eine Mannschaft hatte kein Mitglied eines Schachklubs dabei: wir. Dafür hatten wir die Zwillinge an Bord (welche Zwillinge? Na, die Zwillinge!), denen erst zu Schuljahresbeginn der Unterschied zwischen Läufer und Springer klargemacht wurde. Was sie nicht hinderte, ein paar Monate später zur Deutschen Meisterschaft zu fahren.

So musste es unser Ziel sein, Berlins Farben ehrenvoll zu vertreten; der Gedanke an sportliche Erfolge verbot sich von selbst. Der letzte Platz schien fest gebucht.

Der erste Wettkampf gegen die Hessen vertretende Marienschule aus Limburg (auch eine katholische Privatschule) ging verdient, aber in der Höhe unglücklich 0 : 4 verloren.

Das Gleiche passierte gegen das Werner-von-Siemens-Gymnasium aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt). Auch hier war mehr drin, so dass die Mädels die Köpfe nicht hängen ließen.

Der dritte Kampf gegen das Trave-Gymnasium aus Lübeck, das fünf Mal hintereinander Meister von Schleswig-Holstein war, wurde tatsächlich 2,5 : 1,5 gewonnen, auch wenn natürlich die Schleswig-Holsteinische Jugendmeisterin für Vivien eine Nummer zu groß war.

Am zweiten Tag gewann die Mannschaft zwar mehr Brettpunkte als am ersten, nämlich drei, verteilte sie aber taktisch unklug auf die drei Begegnungen gegen das Mallinckroth-Gymnasium (Dortmund / NRW), die Max-Planck-Schule (Kiel / Schleswig-Holstein) und die Pestalozzi-Schule (Leegebruch / Brandenburg), die allesamt 1 : 3 verloren gingen.

Am Montag ging es in der letzten Begegnung gegen das Albert-Einstein-Gymnasium (Neubrandenburg / Mecklenburg-Vorpommern). Unseren Mädchen gelang mit 3 : 1 der zweite Sieg, der für unsere Schule und damit Berlin den 16. Platz bedeutete.

Damit konnten wir sehr zufrieden sein und neidlos dem Deutschen Meister Friedrich-Dessauer-Gymnasium (Aschaffenburg / Bayern) gratulieren.

 

Marco Lindner (Aschaffenburg) schrieb:

 

Mädchen des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums Aschaffenburg grüßen als Deutscher Schulschachmeister 2009!

Die diesjährige Schulschachmeisterschaft der Mädchen wurde von 15. bis 18. Mai in Karlsruhe ausgetragen. 18 Teilnehmer qualifizierten sich über ihre Landesverbände für dieses hervorragend organisierte Turnier, bei dem das Friedrich-Dessauer-Gymnasium Aschaffenburg (FDG) auf der Grundlage der aktuellen Wertungszahlen in der Startrangliste an Position 3 gesetzt war.
Der Auftakt gegen das Werner-von-Siemens-Gymnasium Magdeburg (Vertreter Sachsen-Anhalts) brachte dem jungen FDG-Team einen mühsamen 2,5:1,5 Arbeitssieg. Der Landessieger aus Hessen, die Marienschule Limburg, wurde in Runde 2 verdient mit 3:1 bezwungen. In der folgenden Auseinandersetzung bot das FDG als krasser Außenseiter der Märkischen Schule Wattenscheid (NRW) beim 2:2 Paroli auf hohem Niveau. Das dadurch gewonnene Selbstvertrauen münzte der bayerische Titelträger in zwei überzeugende 3,5:0,5 Siege um. Zunächst gegen das Mariengymnasium Jever (Niedersachsen) und anschließend gegen das Schönborngymnasium Bruchsal (Baden). Der Spitzenreiter aus Wattenscheid spürte den Atem der Unterfranken und in den beiden Schlussrunden machten sich in einigen entscheidenden Partien die Nerven auf den 64 Feldern bemerkbar. So musste Wattenscheid in der 6. Runde eine schmerzliche Niederlage quittieren, wodurch das FDG mit einem glücklich geretteten Remis gegen das Gymnasium Mainz-Gonsenheim plötzlich die Tabellenführung übernahm. Im spannungsgeladenen Finale biss sich der Topfavorit vom Staatlichen Gymnasium Arnstadt (Thüringen) trotz großem Kampfgeist die Zähne an den couragiert aufspielenden Aschaffenburger Mädel´s aus, die mit 2,5:1,5 überraschend die Oberhand behielten. Für ihre hervorragende Turnierleistung durften Nadja Berger, Bianca Stolcz, Tabea Künstler, Pauline Schneper und Clara Schwind den Siegerpokal in Empfang nehmen. In der Abschlusstabelle rangiert das FDG, als einziges ungeschlagenes Team, mit 12:2 Zählern vor Wattenscheid (11:3) und Arnstadt (9:5), sodass sich das größte Aschaffenburger Gymnasium nach zahlreichen Erfolgen auf Landesebene erstmals mit einem Deutschen Schulschachtitel schmückt.

 

 

Franz Wiedemann (Karlsruhe) schrieb:

Gymnasium Neureut - Neunter Platz für die Mädchenmannschaft bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft 
 

Sehr gute spielerische und starke kämpferische Leistungen zeigten die Mädchen des Gymnasiums Neureut bei der diesjährigen Deutschen Schulschachmeisterschaft der Mädchenmannschaften, die von 15. Mai bis 18. Mai in der Jugendherberge Karlsruhe ausgetragen wurden. Dabei gelangen unserer Mannschaft mit Nicole Hillmer, Yasmin Schweiger, Corinna Rottler und Lauralie Schweiger Siege gegen die Mannschaften aus Lübeck, Neubrandenburg und Leegebruch sowie ein Unentschieden gegen Kiel bei Niederlagen gegen Hamburg, Dortmund und Stade. Diese Ergebnisse führten bei 7 : 7 Mannschaftspunkten und überdurchschnittlichen 15,5 Brettpunkten zu einem sehr erfreulichen 9. Platz bei 18 Mannschaften in der Schlusstabelle des von einem Team des Karlsruher Schachklubs KSF 1853 hervorragend organisierten Turniers, in dem am Ende die Spielerinnen aus Aschaffenburg den Meistertitel errungen hatten. Verdienter Lohn für die Leistungen unserer Mädchen waren sehr schöne Urkunden und Erinnerungsmedaillen, die nach den anstrengenden Wettkämpfen bei der abschließenden Siegerehrung in Empfang genommen werden konnten. 

 

 

Ina Brandt (Dortmund) schrieb:

 

Dieses Jahr hat Kristin zum ersten (und hoffentlich nicht letzten) Mal die Deutsche Schulschach Meisterschaft der Mädchen in Karlsruhe ausgerichtet. Auch wenn unsere Mannschaft nicht ganz so gut abgeschnitten hat wie gewohnt :-) hatten wir alle ein schönes Wochenende bei meistens gutem Wetter. Über die 2,3 Gewitterschauer als wir Sonntag aus dem Kino kamen sehen wir mal großzügig hinweg.

Das Wochenende begann am Freitag nach der Anreise mit einem Tandemturnier, bei dem NRW und besonders Dortmund erstaunlich gut abschnitten. Lassen wir Patrick als Prinzessin Erdbeere I und Andreas als Prinzessin Erdbeere II aus der Wertung belegten Hanna und Alice den ersten, Kristin und ich den 2. und Bochum den 3. Platz.
Leider konnten diesen Standart im eigentlichen Turnier nur die Bochumer halten, die hinter den Bayern Vizemeister geworden sind. Uns hat es auf Platz 13 verschlagen, aber unsere Mannschaft ist ja auch noch jung.
Am Samstagabend hat Co dann mit ca. 30 Teilnehmern das Europabad unsicher gemacht, während wir zu 7. ein kleines Blitzturnier gemacht haben bei dem Hanna gewonnen hat (Wenn es schon keinen Preis gab will ich es wenigstens hier erwähnen). Danach haben wir uns dann noch durch die verschiedenen Modi der Schachuhr geblitzt und spielen seit dem nur noch Sanduhr-Tandem. Und wir haben den Grand Prix geguckt, zumindest in Teilen.
Ähnlich ging es dann auch am nächsten Morgen weiter als wir mit Patrick Enterprise (weiße Dame) gegen Borkwürfel (schwarze Dame) und Damenschach spielen mussten. Aber solche Regeln halten flexibel.
Sonntag hat Dorothee dann auch ihren einzigen halben Punkt geholt und wir waren generell ganz erfolgreich :-). Abends waren wir dann noch im Kino, wobei ich zu der Minderheit gehörte die Illuminati und nicht 17 again gesehen hat (wie z.B. unsere Mannschaft). Die Runde Tandem mit den Bochumern zum Tagesabschluss muss ich wohl nicht mehr erwähnen.
Und heute (Montag) ging es dann nach der etwas verspäteten Siegerehrung leider auch schon wieder nach Hause. Aber freuen wir uns auf nächstes Jahr, hoffen auf eine ebenso gute Organisation und ein faires Teilnehmerfeld.

 

 

Dr. Manfred Efinger (Mainz) schrieb:

 

Die Mädchenmannschaft des Gygo belegte den 10. Platz bei der Deutschen Schulschachmeisterschaft 2009 in Karlsruhe 
 

Am Freitag 16. Mai ist die Mädchenmannschaft des Gymnasiums Gonsenheim zur Deutschen Schulschachmeisterschaft in Karlsruhe angereist. Die vier Mädels des Gygo (Helen Raab, Leila Efinger, Clara Beck und Stella Woider) hatten sich in einem dramatischen Endspiel bei der RP-Meisterschaft für dieses höchste deutsche Turnier für Schulschachmannschaften in der Wettkampfklasse Mädchen qualifiziert. Die Anfahrt war etwas beschwerlich, da wir kurz vor Karlsruhe in einen orkanartigen Sturm mit massiven Regenfällen geraten sind. Dennoch sind wir mit einer kleinen Verspätung aber gut gelaunt in der Jugendherberge in der Karlsruhe Weststadt angekommen.

Insgesamt traten 18 Mannschaften aus 13 Bundesländern zu diesem Schulschachturnier an. Bremen, das Saarland und Sachsen nahmen ihren Platz nicht in Anspruch, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein stellten zwei bzw. drei Teams. Mit dem Startranglistenplatz 9 begann am Samstag um 9.30 Uhr die erste von sieben Runden. Gegen das Albert-Einstein Gymnasium aus Neubrandenburg (MW) konnte ein nie gefährdeter 4:0 Sieg erreicht werden. In der zweiten Runde nach dem Mittagessen traf das Gygo auf die auf dem 6. Platz gesetzte Mannschaft des Mariengymnasiums Jever  aus Niedersachsen. Die Mädels gingen hochkonzentriert an die Partien. Helen Raab mußte am 1. Brett gegen die stärkste Spielerin des gesamten Turniers antreten und hatte einen sehr schweren Stand. Sie zog sich ausgezeichnet aus der Affäre. In extremer Zeitnot einigte sie sich auf ein Remis. Clara Beck, die ebenfalls ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett hatte, machte am 3. Brett ebenfalls ein Remis. Stella Woider hatte ihre Gegnerin am 4. Brett stets im Griff, die nach 30 Zügen in verlorener Stellung aufgab. Ein Mannschaftssieg lag also in greifbarer Nähe. Es kam jetzt alles auf das 2. Brett an. Hier konnte Leila zunächst eine bessere Stellung herausspielen. Sie geriet jedoch ebenfalls in Zeitnot und machte einige Fehler, so dass sie schließlich sogar noch verlor.

Nach einer kleinen Pause ging es dann am späten Nachmittag in die 3. Runde gegen das Schönborngymnasium Bruchsal (BW). Die beiden anstrengenden Vorrunden machten sich nun deutlich bemerkbar. Trotz besserer Stellung auf den einzelnen Brettern gelang den Mädels erneut „nur“ ein Unentschieden. Helen gewann ihre Partie, Clara und Stella holten ein Remis. Etwas ernüchtert über die ausgelassenen Chancen am Nachmittag , aber dennoch nicht unzufrieden, konnte man am Ende des 1. Tages mit vier Mannschaftspunkten einen 5. Rangplatz einnehmen. Dies war deutlich mehr als man bis dato erwartet hatte.

Am Sonntag wurde das Turnier bei strahlendem Sonnenschein um 9.30 Uhr fortgesetzt. In der 4. Runde traf das Gygo auf den bisher stärksten Gegner, die Märkische Schule Wattenscheid, die zu den Turnierfavoriten zählte. Mit nur geringen Chancen ging man dennoch mutig in die Spiele. Das Ergebnis war allerdings ernüchternd. Die Mädels aus Wattenscheid gewannen klar mit 3:1. Lediglich Leila konnte einen schönen Sieg gegen die über 500 DWZ-Punkte stärkere Gegnerin erzielen. Helen Raab patzte leider in einer taktisch schwierigen Stellung und vergab somit das nicht für möglich gehaltene Mannschaftsremis.

In der 5. Runde traf das Gygo auf die an Platz 7 der Startrangliste gesetzte Marienschule Limburg, die mit Maria Bajorski eine mehrmalige Teilnehmerin an den Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften in ihren Reihen hatte. Clara Beck konnte gegen ihre deutlich bessere Gegnerin einen schnellen Sieg erzielen. Und auch Helen Raab löste die Aufgabe am 1. Brett hervorragend und erzielte einen verdienten Punkt. Wollte die Mannschaft gewinnen, mußte Leila am 2. Brett zumindest ein Remis erzielen. Wieder sollte sich die Partie bis zur Zeitnotphase hinziehen. In schlechterer Stellung gab die Limburgerin Dauerschach, was zum Remis und damit zum Mannschaftssieg für das Gygo reichte.

Damit war die Gygo-Mannschaft nach der 5. Runde auf den 4. Rang des Teilnehmerfeldes vorgedrungen und traf in der 6. Runde auf den späteren Turniersieger das Friedrich Dessauer Gymnasium Aschaffenburg. Nur durch eine Ausnahmeleistung konnte erwartet werden, dass gegen die Mädels aus Aschaffenburg mehr als eine Niederlage herauskommen sollte. Doch es kam anders als erwartet. Stella konnte am 4. Brett einen überzeugenden Sieg gegen die vermeintlich stärkere Kontrahentin erzielen. Da Clara und Leila ihre Partien relativ schnell, teils unglücklich verloren, kam wiederum alles auf das 1. Brett an. Helen spielte hier gewohnt souverän ihren Vorteil heraus und gewann am Schluß verdient. Damit war ein Mannschaftsremis gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner errungen. Am Ende des 2. Tages konnte das Gygo mit einem vorläufigen 6. Platz sehr zufrieden sein.

Der dritte und letzte Turniertag sollte die Entscheidung über die endgültige Platzierung bringen. Das Team des Gygo mußte gegen die starke Mannschaft von Kenzingen (Baden) antreten. Relativ schnell verlor Stella ihre Partie. Clara konnte überraschend gegen ihre deutlich stärkere Gegnerin ein Remis erkämpfen. Nachdem Leila am 2. Brett im Endspiel einen ganzen Punkt holen konnte, ruhten alle Hoffnungen auf Helen. Mit einem Sieg von ihr wäre das Team auf einem 4. Gesamtrang gelandet. Nach einem packenden Spiel, in dem Helen immer wie die sichere Siegerin aussah, geriet Helen allerdings in Zeitnot. Durch einige schwache Züge ging schließlich die Partie sogar noch verloren. Mit insgesamt 7 Mannschafts- und 15,5 Brettpunkten reichte es am Ende zu einem 10. Rang in der Gesamtwertung. Herzlichen Glückwunsch!

Insgesamt wurde das Turnier von einem sehr engagierten Team junger Spieler der Karlsruher Schachfreunde 1853 mit Kristin Wodzinski an der Spitze ausgerichtet. Diese haben sich große Mühe gegeben und auch ein ansprechendes Rahmenprogramm mit Schwimmbad- und Kinobesuch organisiert. Leider entsprachen die Zimmer in der Jugendherberge nicht mehr den heutigen Standards. Die beiden Spielsäle, die zudem jeweils am Ende eines langen Flures lagen, boten leider keine ansprechende Turnieratmosphäre.

Besonderer Dank gebührt dem Förderverein des Gymnasiums Mainz-Gonsenheim, der mit einer großzügigen Spende die Schülerinnen unterstütze.