Verbandstag des Badischen Schachverbandes in Waldkirch-Kolnau
Mit Besorgnis, Befürchtungen, Ahnungen, Hoffnung, fuhren wohl - wie auch ich - so manche Teilnehmer zum Verbandstag ins Elztal. Für diejenigen Leser, die die Vorkommnisse der vergangenen letzten Jahre und Monate nicht aus dem Internet, aus der "Rochade" oder verschiedenen emails kennen, muß - aber in sehr gedrängter Form - etwas zur Vorgeschichte gesagt werden.
Schon auf den Verbandstagen der Vorjahre war es immer wieder zu unangenehmen Auseinandersetzungen persönlicher Art gekommen. Über die Art der Verbandsführung, über Handlungsweisen einzelner Amtsträger, gab es sehr persönliche, aber äußerst gegensetzliche Ansichten. Der Riss ging quer durch das Präsidium. Es hatten sich im Wesentlichen zwei Lager gebildet, die auf ihrer Meinung beharrten und an dem anderen kein gutes Haar ließen.
Schon lange war bekannt, daß Präsident Eberhard Beikert und Volker Widmann, nach verschiedenen anderen Ämtern zuletzt Referent für Leistungssport, auf der einen Seite und Siegfried Stolle, einer der beiden Vizepräsidenten und Wolfgang Finkbeiner, Schatzmeister, auf der anderen kein Einvernehmen erzielen konnten, daß ihre gegenseitigen Vorwürfe und Anschuldigungen über sachliche Punkte hinausgingen und persönlich verletzend wurden.
Präsident Beikert wurde ein Führungsstil vorgeworfen, der undemokratisch sei, und mit dem die Rücktritte dreier Präsidiumsmitglieder im letzten halben Jahr begründet wurden. Schriftführer Frank Schmidt, Vizepräsident Siegfried Stolle und Schatzmeister Wolfgang Finkbeiner "konnten nicht mehr" mit Eberhard Beikert. Die "Chemie" stimmte nicht mehr.
Objektiv gesehen haben sich alle Genannten um das badische Schach sehr verdient gemacht. Es ist deshalb um so bedauerlicher, daß ganz persönliche Aversionen nunmehr eine ersprießliche Zusammenarbeit behinderten.
Als nun am Samstag bereits beim Tagesordnungspunkt "Aussprache zu den Berichten" mit ellenlangen Wiederholungen von Anschuldigungen der beiden Parteien viel "schmutzige Wäsche gewaschen" wurde (womit die Kontrahenten nur Eigentore schossen), war zu erkennen, daß Bekenntnisse der Vergangenheit, "alles wäre doch vergessen und wieder im Lot", "Friede, Freude, Eierkuchen", nicht glaubhaft waren und daß der "Riss" nicht mehr zu kitten war.
Verschiedene Redner (Bernd Walther, Dr. Holger Moritz, u. a.) bedauerten, daß Sachfragen zu kurz kämen und konstruktive Arbeit im Präsidium unter den vorliegenden Umständen nicht möglich sei und sich daran mit den momentanen Amtsträgern auch nichts ändern werde.
Es ist deshalb anzuerkennen, daß Eberhard Beikert und das Rest-Präsidium geschlossen zurücktraten, um Neuwahlen zu ermöglichen. Ehrenpräsident Gerhart Seiter, dem die ganze Sache auch sichtlich peinlich war, leitete die Versammlung und die Neuwahlen.
Fritz Meyer, einer der beiden bisherigen Vizepräsidenten, hatte in dem von ihm versandten Einladungsheft seine Kandidatur für das Präsidentenamt angeboten. Und so kam aus dem Kreis der Versammelten auch nur dieser eine Vorschlag. Er wurde von den rund 75 Stimmberechtigten mit überwältigender Mehrheit zum neuen BSV-Präsidenten gewählt.
Keiner der bisherigen "Streithähne" erhielt mehr ein Mandat. Der Referent für Leistungssport, Volker Widmann, stellte sein Amt freiwillig zur Verfügung. Die Neuwahlen erbrachten folgende Zusammensetzung des neuen BSV-Präsidiums:
Präsident: Fritz Meyer (62), SK Lahr, Bezirk Ortenau
Vizepräsidenten: Dr. Holger Moritz (43), SK Blankenloch, Bezirk Karlsruhe
Matthias Kramer (37), SF Brühl, Bez. Mannheim
Schatzmeister: Martin Rothmund (27), SC Brombach, Bez. Hochrhein
Schriftführer: Gottfried Sahm (41), SK Durlach, Bezirk Karlsruhe
Ld.-Turnierleiter: Bernd Walther (48), SC Bohlsbach, Bez. Ortenau
1. Vors. der SJB: Christoph Kahl (33). BG Buchen, Bez. Odenwald
Den scheidenden Funktionären, die jetzt in Waldshut, oder schon vorher zurück getreten sind, gebührt unser Dank für ihre meist langjährige, intensive Arbeit für das badische Schach: Eberhard Beikert, Siegfried Stolle, Wolfgang Finkbeiner, Frank Schmidt, Volker Widmann. Mit ihrem Ausscheiden geht, dessen waren sich auch die Versammlungsteilnehmer bewußt, ein ganzes Stück Erfahrung, Kompetenz und Einsatzfreudigkeit verloren.
Dem neuen Präsidium und seinen Referenten und Helfern wünschen wir eine glückliche Hand und viel Erfolg bei der Bewältigung der anstehenden und zukünftigen Aufgaben. -------------
Im weiteren Verlauf des Verbandstages wurde über verschiedene
Satzungs- und Turnierordnungsänderungen abgestimmt, die zum Teil nur redaktioneller
Art waren. Was für unsere Leser von Bedeutung ist, habe ich im nachfolgenden
Bericht sinngemäß zusammengefasst und kurz kommentiert.
Neuerungen und Änderungen in der badischen Turnierordnung und Verfahrensordnung,
beschlossen durch den Verbandstag am 8. 5. 2004, gültig ab dem Beginn der
Spielzeit 2004/2005
Turnierordnung:
A-8.1 Spielfähigkeit (Neue Fassung)
Eine Mannschaft kann nur antreten, wenn sie eine ordnungsgemäße Aufstellung
abgegeben hat und mindestens (alte Fassung: mehr als) die Hälfte der Spieler
nach der regulären Mannschaftsstärke anwesend ist.
(Man hat sich hier der Regelung des Deutschen Schachbundes
für die oberen Spielklassen angeschlossen. Eine Achter-Mannschaft darf
also auch mit nur vier Mann antreten, sie könnte ja so noch ein Unentschieden,
also einen Kampfpunkt holen. Bei 6er- und 5er-Teams reichen zur Spielfähigkeit
schon 3 Spieler, bei 4er-Mannschaften 2 Spieler.)
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A-4.1.4 (Dem Abschnitt "A-4 Ausrichtung, Durchführung"
neu angefügt)
Im Turniersaal darf während des Wettkampfes nicht telefoniert werden und
Telefone/Handys müssen auf lautlos gestellt sein.
(Beachten Sie das, denn Zuwiderhandlung wird bestraft!
Siehe nächster Punkt.)
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Verfahrensordnung:
VO-2.2 (Dem Abschnitt neu angefügt)
Verstoß gegen A-4.1.4 (Telefonierverbot) führt zu Partieverlust bzw.
für Zuschauer zum Verweis aus dem Turniersaal.
(Also bitte, lasst Eure Handies zuhause!)
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Turnierordnung:
H-2.6.3 Aufstellungsfehler (wird in zwei Absätze aufgeteilt
[damit unterschiedliche Bußgelder erhoben werden können])
H-2.6.3.1 Es können nur gemeldete (Rangliste oder Nachmeldung) Spieler
eingesetzt werden. Bei Einsatz nicht spielberechtigter Spieler haben diese und
alle nach Ihnen aufgestellten Spieler verloren.
H-2.6.3.2 Ein Spieler hat auch verloren, wenn vor ihm
in der Mannschaft ein Spieler mit einer höheren Ranglistennummer spielt,
wobei das Brett unmittelbar vorher hierbei außer Betracht bleibt.
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Verfahrensordnung:
VO-2.1.3 Sonstige festgelegte Bußgelder (Bußgeldhöhen-Änderung)
Einsetzen von je einem nicht spielberechtigten Spieler (H-2.4, H-2.6,H-2.6.2,
H-2.6.3.1, u. a.) 50 Euro
Aufstellungsfehler nach H-2.6.3.2 20 Euro
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Und noch zwei Hinweise:
Hinweis für Landesliga 3 und Bereichsklasse 3 (KA/PF):
In das Amt des Regionalen Turnierleiters 3, das in der Vergangenheit HaJo Bott
bekleidete und das nach dessen Rückzug vorübergehend Michael Schneider
und dann BTL Andreas Liedhegener wahrnahm, wurde nun Ralf Ostermeier, Ettlingen,
berufen.
Und für die ganz Pünktlichen:
Sie können sich die Termine für die einzelnen Verbandsrunden der Saison
2004/2005 schon jetzt vormerken. Sie wurden folgendermaßen festgelegt:
Runde am Runde am Runde am
1: 10. Okt. 04 2: 31. Okt. 04 3: 21. Nov. 04
4: 5. Dez. 04 5: 9. Jan. 05 6: 23. Jan. 05
7: 27. Feb. 05 8: 13. Mrz. 05 9: 17. Apr. 05