Badischen Mannschaftsblitzschachmeisterschaften, Mühlacker


von Wolfgang Gerstner, 18.04.2005

Keine Bäume ausgerissen

Da es in diesem Jahr Überschneidungen mit der Frauen-Bundesliga und der schweizerischen Liga gab, erforderte es doch einige Überredungskünste, ehe wir ein Blitz-Team zusammengestellt hatten. Mit Edwin, Thomas, Paul und mir boten wir aber dann doch ein recht schlagkräftiges Team auf, wenngleich wir keinesfalls die Favoritenrolle inne hatten. Etwas enttäuschend war wiederum die Beteiligung der südbadischen Mannschaften, von denen gerade einmal Freiburg antraten, allerdings fehlten auch die auf deutscher Ebene vorqualifizierten Baden-Badener sowie mit Eppingen auch der zweite Erstligist.

Die Auslosung begünstigte etwas unseren Start, hatten wir es doch zunächst mit eher schwächeren Teams zu tun. So lagen wir nach 11 Runden mit 20:2 Punkten an zweiter Stelle, nachdem wir nur gegen die überraschend starken Durlacher verloren hatten, die zur Halbzeit auch in Führung lagen. Gerade im Duell mit unserem Ortsrivalen offenbarte sich jedoch unsere heutige Schwäche, dass wir gegen die direkte Konkurrenz zu unsauber spielten - bestes Beispiel war Edwin, der in haushoch gewonnener Stellung erst die Dame einstellte, dann übersah, dass er vom Gegner patt gesetzt wurde, und schließlich mit der letzten gegnerischen Sekunde im Mattnetz hing.

Folgerichtig fielen wir in der zweiten Hälfte, in welcher alle übrigen Spitzenteams auf uns warteten, sukzessive zurück. Allein gegen Kuppenheim gelang uns ein Sieg, während wir gegen Viernheim, Slavija und Hockenheim relativ chancenlos den Kürzeren zogen und noch ein Unentschieden gegen Kirchheim einstreuten. Am Ende stellte der 7. Platz zurecht klar, dass wir mit der Titelvergabe nichts zu tun hatten. Dies belegen auch die Einzelergebnisse (Edwin 13, Thomas 13.5, Paul 12.5 und ich 13.5 Punkte, jeweils aus 19 Partien), die weder schlecht noch berauschend waren.

Neuer Badischer Mannschaftsblitzmeister wurde Slavija Karlsruhe, die 34:4 Punkte aufwiesen. Mit Hajo am Spitzenbrett setzten sich in einem Herzschlagfinale gegen Viernheim (33:5) durch, indem sie diesen in der letzten Runde nervenstark ein 2:2 abtrotzten. Dahinter liefen Kuppenheim, Kirchheim, Hockenheim und Durlach ins Ziel ein, allesamt verdient vor uns - ohne dass wir jetzt sonderlich enttäuscht gewesen wären, mit 3:9 Punkten gegen die Top-Teams ist eben kein Blumentopf zu gewinnen.