Badischen Schnellschachmeisterschaften am 02./03. April in Ottenau
von Wolfgang Gerstner, 18.04.2005
Licht und Schatten
Nachdem in den letzten Jahren die Teilnehmerzahlen der Badischen Schnellschachmeisterschaften
stetig zurückgegangen waren, wurde das Turnier wieder in den Badischen
Schachkongress integriert, der dieses Mal in Ottenau stattfand. Trotzdem stellen
28 Spieler eine sehr schwache Resonanz dar, ging es doch neben einem ordentlichen
Preisgeld auch um die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften.
Dementsprechend überschaubar waren auch die Favoriten: Mit IM Mutschnik
war gerade ein Baden-Badener am Start, dazu gesellten sich IM Panzalovic, Hartmut
Metz, Hajo und ich, mit einigen Außenseiterchancen gingen ferner Edwin,
Hans-Elmar Schwing und Velimir Kresovic ins Rennen. Mit Karl-Heinz stellte sich
noch ein weiterer KSF-ler der Herausforderung Schnellschach.
Am ersten Tag lief für mich eigentlich alles nach Wunsch, nach sicheren
3/3 patzte ich allerdings gegen Mutschnik: Statt in wenigen Zügen Matt
zu setzen, gab ich im Hinblick uf meine verrinnende Zeit ein Dauerschach - dieser
Punktverlust sollte sich rächen. Hajo hatte sich einen Ausrutscher gegen
Karl-Heinz geleistet und lag mit Edwin gleichauf, der sichere Remisen gegen
zwei Topleute eingestreut hatte.
Der Sonntagvormittag endete in einem wahren Desaster für mich, gegen Panzalovic
verpatzte ich ein Remisendspiel (nach zuvor allerdings grottenschlechter Stellung),
gegen Hajo stellte ich unbedrängt Bauer und Turm ein, und hätte Edwin
nicht äußerst fair unser Turmendspiel remis gegeben (bei mir verbliebenen
7 Sekunden Restbedenkzeit und nachdem er zuvor haushoch auf Gewinn gestanden
war), ich wäre ohne Zähler in die Mittagspause marschiert. In den
übrigen Partien waren indes schon die Vorentscheidungen gefallen: Mit einigem
Abstand zogen die beiden IM ihre Kreise, gefolgt von Hajo, Edwin und Hartmut
Metz.
Nach der Mittagspause lief es dann besser für mich, mit 4/4 bei ansteigendem
Niveau konnte ich sogar wieder Tuchfühlung zur Spitze aufnehmen. Allerdings
war mein Abstand zu groß gewesen, als dass ich noch in die Titelvergabe
hätte eingreifen können. Am Ende bedeuteten die 8 Punkte der 4. Platz
hinter den souverän agierenden Panzalovic (9 Punkte), Mutschnik (8.5 Punkte)
und Hajo (8 Punkte, aber bessere Buchholz). Obwohl Edwin mit 7 Punkten etwas
Abstand aufwies, hinterließ er mit den stärksten Eindruck und hätte
ganz vorne mitspielen können. Nicht nur hätte er gegen mich gewinnen
können, vor allem seine einzige Niederlage gegen Osmanovic war absolut
überflüssig (er hätte eine satte Mehrfigur haben können,
lief aber in ein kurzzügiges Selbstmatt), und auch Hajo war am Ende wohl
recht zufrieden, dass ihm Edwin noch ein Dauerschach erlaubte. Nicht ganz zufrieden
war wohl auch Karl-Heinz, der etwas wechselhaft agierte und am Ende mit 5.5
Punkten den 14. Rang einnahm.