von Manfred Pochmann (einem der 6 Delegierten des Schachbezirks Karlsruhe)
BSV-Präsident Fritz Meyer begrüßte rund 80 Teilnehmer. Es folgten Gedenken an die im abgelaufenen Jahr verstorbenen Schachfreunde, Grußworte, insbesondere der anwesenden Vertreter des Schachverbandes Württemberg (u. a. Expräsident Hanno Dürr), sowie die Ehrungen verdienter Mitglieder des BSV.
Erstmals wurden in diesem Rahmen auch herausragende schachliche Leistungen für Baden gewürdigt, so auch die Erringung der Deutschen Meisterschaft der Jugend U12 durch die Mannschaft der Karlsruher Schachfreunde 1853. Mir wurde - zur Weitergabe an die KSF-Jugendkasse - ein Bar-Gutschein über 100 € übergeben.
Es folgten die Tätigkeitsberichte der verschiedenen Amtsträger, soweit sie nicht schon in dem 74 Seiten umfassenden Heft der Verbandstagsunterlagen enthalten waren. Kurz war die Aussprache zu den Berichten. Die Kassenprüfer bestätigten die ordentliche Kassenführung und so konnte Ehrenpräsident Gerhart Seiter die Entlastung des Vorstandes vorschlagen, die auch einstimmig erteilt wurde.
Schwieriger gestalteten sich schon die anschließenden Neuwahlen. Während Präsident Fritz Meyer klar wiedergewählt wurde, verursachte die Wahl zweier Vizepräsidenten ein ziemliches Chaos.
Nachdem Dr. Holger Moritz nicht mehr kandidierte, standen drei Bewerber da, von denen zwei gewählt werden sollten. Die Unverträglichkeit der Wahlanforderungen mit den entsprechenden Punkten der Satzung verursachten einen blamablen langen Leerlauf, Diskussionen, Beratungen der Juristen, Wiederholung der Wahl, und schließlich eine allgemein so hingenommene Wahl von Matthias Kramer, Hockenheim, und Michael Rütten, Kehl, als die beiden Vizepräsidenten. Eine Änderung der Satzung zu diesem Punkt ist unerlässlich.
Schatzmeister Rothmund wurde ebenso wiedergewählt wie Landesturnierleiter Bernd Breidohr. Die Referenten der Ressorts wurden weitgehend bestätigt.
Wichtig für uns: Neuer RTL3 (Landesliga und Bereichsliga) wurde (nach Ralf Ostermeier) Rolf Ohnmacht, Mühlacker. Siegfried Stolle übernimmt weiterhin die Ämter des Referenten für Ausbildung und für Sportbundangelegenheiten.
Um 16.15 h (!) waren die Wahlen abgeschlossen und es konnte mit den produktiven Arbeiten begonnen werden, mit der Bearbeitung der Anträge.
Diese betrafen im Wesentlichen Fragen der Fusion des BSV mit dem SVW (Schachverband Württemberg). Wer in den letzten Monaten in Presse und Internet die Angelegenheit verfolgt hat, wird wissen, dass es zu diesem Thema heftige Kontroversen innerhalb des BSV gegeben hat. Sowohl Befürworter einer Fusion, voran die Gäste aus Württemberg, als auch Gegner, kamen ausreichend zu Wort. Auch auf badischer Seite gab es Pro-Stimmen, z. B. von Gerhart Seiter, der es bedauerte, wenn bisherige Annäherungsschritte nun umsonst gewesen sein sollten, und Dr. Holger Moritz, der, neutral jeglicher Landeszugehörigkeit, argumentierte, andererseits Bedenken vieler, es könnte wieder einmal "Badisches" von "Stuttgart" zu Lasten Badens vereinnahmt werden (auch kostspielig bezahlte Geschäftsstelle, vermutlich in der Landeshauptstadt). Im Endeffekt kam es zur Annahme des Antrages von Präsident Meyer:
"Der BSV will die Zusammenarbeit mit dem Schachverband Württemberg auf allen Ebenen intensivieren; von einer Fusion jedoch derzeit absehen. Die Gespräche mit dem SVW sollen künftig auf Präsidiumsebene geführt werden."
Die bisherigen, tätig gewesenen Projektgruppen haben offenbar durch ihre selbständige, vorzeitige Publikation mancher Einzelheit, die Unsicherheit und Unwillen verursachte, ihre eigene Arbeit entwertet. So wird es behutsamer weiterer Schritte bedürfen, Annäherung, Angleichung, in Einzelheiten, um sich zwischen Baden und Württemberg näher zu kommen.
Weitere angenommene Anträge betrafen die Schaffung von Fördermitgliedern, einer möglichen gemeinsamen Oberliga mit dem SVW, Einbeziehung des Schatzmeisters in den Kreis der einzelvertretungsberechtigten Mitglieder des Vorstands, Neufassung der Satzung und Untersagung der Änderungen von Schachbezirksgrenzen ohne Abstimmung mit den Bezirken.
Ein Antrag des Landesspielausschusses auf Änderung der TO (wie er seit einigen Jahren sowieso in etwas selbstherrlicher Art automatisch als genehmigt gilt, sofern ihm nicht rechtzeitig schriftlich widersprochen wird) verdeutlichte in einigen Punkten bestehende Textstellen, bzw. passte sie den Gegebenheiten an.
Wesentlich war lediglich die Neuerung bezüglich des Platztausches. Dazu lesen Sie bitte Einzelheiten auf der nächsten Seite.
Der Verbandstag wurde gegen 19 Uhr beendet.
Wesentliche Änderung der Turnierordnung des BSV, beschlossen durch den Verbandstag am 20. 5. 2006, gültig ab dem Beginn der Spielzeit 2006/2007:
H-2.6.3.2 Aufstellungsfehler
(der bisherige zweite Halbsatz wird gestrichen. Neuer Text somit):
Ein Spieler hat auch verloren, wenn vor ihm in der Mannschaft ein Spieler mit
einer höheren Ranglistennummer spielt.
Damit ist die bisherige Möglichkeit des "Platztausches" mit dem Brettnachbarn, wie sie bisher in Baden bestand, abgeschafft.
Gegeben war sie sowieso nur in Baden, und neu zugehende Mitglieder aus anderen Landesverbänden waren darüber erstaunt, dass es hier so etwas gibt.
Sie war ja offenbar ein Zugeständnis an jene, die nur mit einer bestimmten Farbe spielen wollten und deshalb gern mit dem Nachbarn tauschten.
Nun ist diese badische Besonderheit Vergangenheit: Und damit eine freiwillige Annäherung an Turnierordnungen anderer Landesverbände.
Also, Mannschaftsführer: Bitte beachten!
Aufstellungen exakt in der Reihenfolge der Rangliste einhalten!