Bezirksversammlung am 21.6. auf Schöneck 21.06.2008 Von Stefan Haas
Wie im Vorjahr fand die Bezirksversammlung auf Schöneck statt; dabei konnte Bezirksleiter Siegfried Stolle Vertreter von 24 der 28 Vereine unseres Bezirks begrüßen – die anderen werden mal wieder ihre Vereinskasse belasten.
Die Karlsruher Schachfreunde wurden von ihrem 2. Vorsitzenden Rolf Wermuth repräsentiert, während unser Chef wegen erfreulicher Familienangelegenheiten in Bayern weilte. Der Berichterstatter war nur als Beobachter anwesend.
Erfreuliches für uns ergab sich gleich unter TOP 5 Ehrungen: Paula Wiesner erhält den Kurt-Möckel-Pokal. Dieser soll „öffentlichkeitswirksam“ im Rahmen der nächsten Bezirksjugendmeisterschaft überreicht werden – hauptsächlich deswegen, weil die Rückgabe nicht geklappt hatte und der Pokal noch nicht zur Verfügung stand. Unsere 2. Mannschaft wurde mit einer Urkunde und einer Schachuhr für die Meisterschaft in der Verbandsliga Nord ausgezeichnet. Unsere Vereinsmitglieder Günther Lehmann und Detlef Strebel erhalten die goldene Treuenadel für 40-jährige, sowie Friedrich Moll, Dr. Jochen Musch und Erwin Ritter die silberne Treuenadel für 25-jährige Verbandszugehörigkeit.
Weitere Ehrungen in den Mannschaftsmeisterschaften: Pfinztal I (Landesliga), Forst I (Bereichsliga), Post I (Bezirksklasse), Forst II (A1), Blankenloch I (A2), Karlsdorf II (B1), Neureut III (B2), Ettlingen V (C1), Ubu I (C2); die silberne Treuenadel erhielten zudem Volker Widmann und René Fischgräbe (Wiesental).
Die Berichte der Vorstandsmitglieder lagen in schriftlicher Form vor; in der kurzen Aussprache wurden nur wenige Themen (Änderung der TO auf dem Verbandstag 2008 in Mühlacker, Vorturnier zum D-Cup in Bruchsal) beiläufig gestreift. Nach der Entlastung des Gesamtvorstands unter der Ägide unseres Alterspräsidenten Gerhart Seiter standen verschiedene Ämter zur Neuwahl an. Zwischen der Entlastung und der Neuwahl fand aber noch die Abstimmung über einige Anträge statt. (In meinen Augen eine merkwürdige Reihenfolge – S.H.)
Der Antrag auf Anpassung der Bezirkssatzung bezüglich der Neuaufnahme von Mitgliedern (notwendig geworden durch eine Änderung der Verbandssatzung, die den Bezirken die Mitgliedsvereine auf Grund einer geografischen Einteilung zwingend zuweist) wurde nach längerer Diskussion mit der knappstmöglichen Mehrheit (17 Ja-Stimmen, 2 Nein-Stimmen, 5 Enthaltungen) angenommen. Man beachte: für Satzungsänderungen sind 2/3 plus 1 Stimme notwendig, bei 24 anwesenden stimmberechtigten Vereinen sind das also genau 17 Stimmen!
Der Antrag, die neugeschaffene Funktion des Webmasters als Vorstandsamt, auf Wunsch des hierfür bereitstehenden Kandidaten Andreas Liedhegener (der diese Funktion auch schon bisher, wenn auch nicht satzungsfundiert innehatte) jedoch ohne Stimmrecht, in die Satzung aufzunehmen, wurde gegen 1 Ja-Stimme bei 9 Enthaltungen abgelehnt, da die Vereinsvertreter meinten, ein Vorstandsamt ohne Stimmrecht sei nicht sinnvoll. Statt dessen soll der Webmaster zukünftig als „Beauftragter“ vom Vorstand bestimmt werden.
Nun wurden Michael Kröger (2. Vorsitzender), Dr. Rainer Dorn (Schriftführer), Heiko Abendschön (Damen- / Pressewart) und Klaus Schneider (Seniorenwart) in ihren Ämtern bestätigt. Dagegen wollte Andreas Liedhegener nicht mehr als Turnierleiter kandidieren und sich auf den Job als Webmaster konzentrieren.
Der Bezirksleiter hatte nach eigenen Angaben Dutzende von e-Mails verschickt, um einen Nachfolger zu finden – jedoch vergebens. Im Laufe der Diskussionen wurde dann Andreas Liedhegeners Vorgänger Volker Widmann vorgeschlagen; dieser erklärte sich auch prompt zur Übernahme des Amts bereit – nicht jedoch ohne den Berichterstatter (ob dessen überraschender Anwesenheit der Durlacher Vertreter schon „Unrat“ gewittert hatte) zu einer Gegenkandidatur bewegen zu wollen, was jedoch an der mangelnder Qualifikation des Vorgeschlagenen scheiterte. Volker Widmann wurde natürlich einstimmig gewählt.
Als Delegierte zum Verbandstag wurden Dr. Rainer Dorn, Volker Widmann, Matthias Herrmann und Josefine Seeger (beide Karlsbad), Clemens Linowski (Waldbronn) und Dr. Thomas Weber (Ettlingen) sowie Andreas Liedhegener, Rolf Wermuth und Othmar Raub (Blankenloch) als Ersatzleute einstimmig im Paket gewählt; weitere Kandidaten hatten sich nämlich nicht gemeldet. Da diese Tätigkeit nach Angaben des Bezirksleiters als imperatives Mandat zu verstehen ist, war mit einem größeren Andrang auch nicht zu rechnen.
Als Kassenprüfer wurden Matthias Herrmann (Karlsbad), Clemens Linowski (Waldbronn) und als Ersatzmann Prof. Dr. Erich Fosshag (Kraichtal) ebenfalls im Paket gewählt.
Danach wurde der Haushaltsplan von Kassenwart Wolfgang Angele einstimmig genehmigt.
Schließlich kam das heikelste Thema auf den Tisch: Der Bezirksschachtag.
Der Niedergang in den letzten Jahren hatte den Bezirk einiges Geld gekostet, da die Bezirkskasse den ausrichtenden Vereine 40 teilnehmende Mannschaften garantierte und die fehlenden Stargelder ersetzte. Das bedeutete:
- 2007 in Karlsbad (14 Mannschaften, Startgeld 5 €) ein Minus von 130 €,
- 2006 in Dettenheim (30 Mannschaften, Startgeld 10 €) ein Minus von 150 €,
- 2005 in Ettlingen (28 Mannschaften, Startgeld 10 €) ein Minus von 120 €.
(Ettlingen hatte auf weitere 60 € verzichtet; in Karlsbad gab es keine Preise.)
Nachdem sich bislang – nicht zuletzt wegen der Pleite von Karlsbad 2007 – für 2008 kein Ausrichter gefunden hatte, hatte der Bezirksleiter Stolle einen Plan ausgearbeitet, das Turnier unter Regie des Bezirksvorstands in der Waldseehalle in Forst auszutragen. Dies sollte jedoch nur unter der Voraussetzung geschehen, dass die Vereine das finanzielle Risiko tragen. Er berechnete hierfür 180 € für die Hallenmiete, 50 € für das Ausleihen des Spielmaterials, 50 € für den Aufbau durch die Vereinsjugend von Forst, 30 € Fahrtkosten der Schiedsrichters, 50 € für Bewirtung der Schiedsrichter und 46 € für Sonstiges, zusammen also 406 €. Dies sollte durch eine Abgabe von je 14 € von jedem der 28 Vereine unseres Bezirks abgesichert werden; damit sollten die Startgelder aller Mannschaften abgegolten sein. Dieser Antrag wurde gegen 6 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen mit überwiegender Mehrheit abgelehnt,
Als Alternativvorschlag stand eine Abgabe von 10 € von jedem der 28 Vereine bei kostenloser Teilnahme von je einer Mannschaft sowie 5 € Startgeld für jede weitere Mannschaft zur Debatte. Dieser Vorschlag wurde gegen 2 Ja-Stimmen und 8 Enthaltungen noch deutlicher abgelehnt.
Wir haben natürlich jedes Mal mit „Ja“ gestimmt, es hat aber nichts genutzt. Damit kann – sofern sich nicht doch in letzter Minute ein Ausrichter findet – ein Bezirksschachtag in der herkömmlichen Form 2008 nicht stattfinden.
Nun begann eine schwierige Diskussion auf der Suche nach Alternativen. Für die geringe Resonanz von 2007 wurde hauptsächlich die Austragung an einem Samstag verantwortlich gemacht; darüber hinaus stand aber immer das leidige Thema der Bewirtung im Vordergrund, da diese offenbar die einzige Geldquelle darstellt. Der Mehrzahl der anwesenden Vereinsvertreter, die vermutlich außer gelegentlichen Kegelpartien nicht wettbewerbsmäßig Schach spielt, gelang es dabei nicht, sich in die Sichtweise der Spieler hineinzuversetzen. Auch die Ausführungen des Berichterstatters, explizit aus der Sicht eines Spielers und nur vom Durlacher Vertreter unterstützt, dass das in den letzten Jahren nachlassende Interesse am Bezirksschachtag auf geringe Rundenzahlen, lange Wartezeiten vor Turnierbeginn, zwischen Turnier und Siegerehrung und sogar zwischen den Runden als konsumfördernde Mittagspause zurückzuführen sind, hat die Funktionäre eher wenig interessiert. Stattdessen wurde um die Trennung von Mannschafts- und Einzelturnier sowie eine etwaige Verlegung auf Freitag abends gestritten. Schließlich kristallisierte sich folgender Kompromiss heraus: Ettlingen möchte das Einzelturnier im Rahmen der vereinseigenen Blitzturniere am zweiten Oktober-Freitag ( am 12.10.) austragen (unsere Turnierleiter Klaus Schröder und Dieter Meifert mögen dies bitte gleich bei ihrer Terminplanung berücksichtigen!); der neue Bezirksturnierleiter Volker Widmann will sich um eine Lösung für das Mannschaftsturnier bemühen und stellte zudem auch eine Wiesentaler Option für 2009 (wegen Vereinsjubiläums) in Aussicht. Näheres wird demnächst bekanntgegeben.
Die nächste Dreiviertelstunde gehörte dem Referenten für Datenverarbeitung des BSV, Jürgen Dammann, der die neue Mitgliederverwaltung im Internet erläuterte.
Schließlich erinnerte der Bezirksleiter an 107 (!) auslaufende C-Trainerlizenzen in unserem Bezirk und verwies auf die Termine der Auffrischungslehrgänge am 16.-18. Januar, 15.-17. April und 10.-12.Juni 2009. Ohne gültige Lizenz sind keine Übungsleiterabrechnungen möglich!
Eventuelle Abmeldungen von Mannschaften müssen bis spätestens am 30.6. erfolgen, wenn nicht Strafgelder fällig werden sollen!
Die Versammlung endete gegen 14.50 Uhr.