Verbandstag 2008 des Badischen Schachverbandes


3. 5. 2008 · Mühlacker · Wichtiges von der BSV-Homepage kommentiert von Manfred Pochmann

In diesem Jahr hatte Präsident Fritz Meyer nach Mühlacker eingeladen. Und so trafen sich die Präsidiumsmitglieder und weiteren Funktionäre des BSV, sowie 73 Delegierte der Bezirke zum jährlichen Verbandstag. Neuwahlen standen diesmal nicht an. Personelle Veränderungen gab es dennoch.

So übernahm BSV-Vizepräsident Michael Rütten, Bohlsbach, die Leitung der Oberliga Baden (in der ja nun, nach Ihrem Abstieg aus der 2. Bundesliga, auch unsere Erste spielen wird) zusätzlich zur Leitung der Verbandsligen.

Die genehmigten Satzungsänderungen betrafen organisatorische Punkte (wie Doping-Bekämpfung, Befähigung der Turniergerichtsmitglieder, Bezirks-Einteilungen, u. a.). Finanzordnung und Verfahrensordnung wurden angepasst. In Kürze können alle Einzelheiten der Homepage des BSV entnommen werden.

Verschiedene Änderungen der Turnierordnung wurden kontrovers diskutiert:

Der im Vorfeld heftig umstrittene Beschluss des Landesspielausschusses bezüglich der Änderung des Ranglistenaufbaus, die vielen Vereinen, so auch uns, außerordentliche Schwierigkeiten gebracht hätte, wurde abgelehnt. Hier bleibt es bei den bisherigen Regelungen.

Angenommen wurde allerdings, neben verschiedenen textlichen Korrekturen bzw. Ergänzungen, eine den Spielbetrieb auf Verbandsebene (von Verbandsliga abwärts) betreffende Ergänzung des TO-Punktes H-2.6.1 . Folgende beiden Sätze wurden angefügt:

Alle Spieler, die beim Wettkampf zum Einsatz kommen sollen, müssen bei der Abgabe der Mannschaftsaufstellung anwesend sein. Die Bretter sind von den anwesenden Spielern von Brett 1 ab durchgehend zu besetzen.“

Die großzügige FIDE-Regel 6.7, dass ein Spieler, der mehr als eine Stunde nach dem angesetzten Spielbeginn am Schachbrett eintrifft, die Partie verliert (er also durchaus, wenn auch auf Kosten seiner laufenden Bedenkzeit, noch bis zu einer Stunde später kommen kann) wurde hier durch eine m. E. übermäßig strenge Regelung außer Kraft gesetzt. Ein nach Spielbeginn erscheinender Spieler kann gleich wieder heim gehen. Auch unverschuldetes Zu-Spät-Kommen zieht also erhebliche Nachteile für die ganze Mannschaft nach sich.

Wie man hört, soll diese Regelung das verpönte Freilassen vorderer Bretter verhindern. Die KSF sind dem schlechten Beispiel vieler so handelnder Konkurrenzvereine sowieso nie gefolgt, deshalb ist diese Neuregelung für uns nur eine, wenn auch drastische, Maßnahme der Erziehung zur Pünktlichkeit.

Einige unserer Spieler und Spielerinnen (hier seien keine Namen genannt, die Betroffenen kennen sich), werden den Wecker halt früher läuten lassen müssen, um pünktlich am Brett zu erscheinen. Ansonsten schaden sie der ganzen Mannschaft, die ohne sie antreten muss, Punkte verliert, „Klassenkeile“ ausüben wird und sie im Interesse der Mannschaft und des Vereins nicht mehr aufstellen kann.

Nochmals: Das alles gilt nicht für KSF 1, denn die Oberliga spielt nach den Regeln der Bundesturnierordnung.

Wichtig für unsere Spieler und Mannschaftsführer ab Verbandsliga abwärts:

Zum angesetzten Spielbeginn (bei unseren Heimkämpfen 10 Uhr) sollte der Heimmannschaftsführer das Ergebnismeldungsblatt mit der Mannschaftsaufstellung seiner und der gegnerischen Mannschaft fertig ausgefüllt, alle Spieler auf ihre Plätze gewiesen und sich von der Anwesenheit aller Spieler durch Augenschein überzeugt haben.

Bretter dürfen allenfalls von hinten (Brett 8) beginnend aufwärts, dann auch ohne Namensnennung, frei gelassen werden. Bestehen weiter vorn freie Bretter, so haben die hinteren Spieler aufzurücken.

Besteht ein Mannschaftsführer darauf, zu warten, der genannte, aber nicht anwesende Spieler „komme noch“, „sei unterwegs“, so gilt die Mannschaftsaufstellung erst dann als ordnungsgemäß abgegeben, sobald der zu spät kommende Spieler am Brett erscheint.

TO H-2.7.1 „Spielfähigkeit“, 1. Halbsatz, und TO H-2.5 Spieltermine, 4. Satz, haben zur Folge, dass die schuldige Mannschaft die Zeitver-zögerung zu tragen hat, indem die Uhren an allen ihren Brettern zum planmäßigen Beginn in Gang gesetzt werden, der Kampf aber erst nach Übereinstimmung der Mannschaftsaufstellung mit den Anwesen-heiten beginnen kann.