Bezirksschachtag 2008


Grausames Jubiläum

Kann der Bezirksschachtag noch gerettet werden?

Bezirksmannschaftsblitzmeisterschaft  14. 09.2008  Sulzfeld  Von Stefan Haas

50 Jahre nach Einführung des Bezirksschachtags im Jahre 1958 in Söllingen reiht sich nun ein Tiefpunkt an den anderen. Beklagten wir im letzten Jahr in Karlsbad wegen der Austragung an einem Samstag einen Minusrekord in der Teilnehmerzahl (14 – aber immerhin in einer schönen großen Sporthalle), so war dieses Mal bei einer nur geringfügigen, aber wegen der Rückkehr zum Sonntag wohl nicht signifikant gestiegenen Resonanz (19 Mannschaften) das Turnier-lokal ungeeignet. Die geringe Beteiligung lässt sich damit aber nicht erklären, denn das mit dem Turnierlokal konnte man vorher wohl kaum ahnen. Vielleicht lag es daran, dass je eine Stunde Hin- und Rückfahrt um zwei Stunden Schach zu spielen nicht eben viele Leute hinterm Ofen hervorlockt. Dann war es aber komisch, dass gerade die Nachbarn (Bretten und Kraichtal) durch Abwesenheit glänzten. Vielleicht kannten die ja das Turnierlokal. Das sogenannte Bürgerhaus entpuppte sich nämlich als ein heruntergekommenes Schulgebäude, wo die beiden Turniergruppen jeweils in einem Klassenzimmer ausgetragen wurden. In der unteren Gruppe war die Möblierung immerhin noch akzeptabel, in der oberen dagegen katastrophal: Die kleinen Schultische waren gerade mal so breit wie die Schachbretter, aber so niedrig, dass man kaum seine Beine darunter bekam. Die Bretter standen so eng, dass man dazwischen nichts ablegen konnte und dazu schlug oft der Gegner vom Nachbarbrett auf die falsche Uhr! Ein äußerst unwürdiges Ambiente, zu dem der Schachbezirk am Ende wohl auch noch 105 Euro für ausgefallene Startgelder beisteuern muss, obwohl die Unkosten für Miete das sicher kaum rechtfertigen.

Als einzige Verbesserung gegenüber den früheren Jahren bleibt festzuhalten, dass die obligatorische Kommerzpause auf 10 Minuten begrenzt wurde.

Zu allem Überfluss hatte ich auch noch vergessen, Thomas den Turnierbeginn mitzuteilen, so dass wir ihn erst einmal telefonisch wecken mussten. Er erschien zur 4. Runde, erspielte dann aber mit diesem Adrenalinschub ein ganz hervor-ragendes Ergebnis. Unsere erste Mannschaft war an diesem Tag – zumindest nach den Brettpunkten – das stärkste Team, verlor aber zweimal knapp gegen Untergrombach und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Vermutlich scheiterten wir schlicht daran, dass Clemens und ich stur die Brettreihenfolge einhalten wollten; so verloren wir beide zweimal im wichtigen Spitzenduell. Am besten punktete Andreas, der nur zwei Remisen abgab. Edwin hätte ihm eigentlich in Nichts nachgestanden, wenn er nicht gegen den Wundergreis Giaco einen Aussetzer gehabt hätte: Matt gesetzt, aber dabei den König eingestellt!

Die zweite mischte trotz des anfänglichen Handicaps ebenfalls sehr gut mit und bot eine ausgeglichene Mannschaftsleistung; sie musste erst kurz vor Schluss durch eine Niederlage gegen Karlsbad den dritten Platz an die Waldbronner abtreten. Unsere dritte belegte den 3. Platz in der unteren Gruppe.

Dass es in der oberen Gruppe außer einer Qualifikation für die Badische Mannschaftsblitzmeisterschaft nichts zu erben gab (nicht mal Urkunden!), haben wir ja schon vorher gewusst. Umso mehr waren wir erstaunt, als die siegreichen Mannschaften der unteren Gruppe (darunter unsere dritte, die in der Kategorie „Bezirk/Kreis A“ den 2. Platz belegt hatte) den Turnierort fröhlich und mit einigen Flaschen Weißwein unter‘m Arm verließen. Es sei ihnen gegönnt – aber ist da nicht etwas schiefgelaufen?? Am Ende soll es sogar doch noch Preise für die Mannschaften der oberen Gruppe gegeben haben. Unsere Flasche, die der BTL an einer Kreuzung in Berghausen etwas überraschend – um nicht zu sagen: überfallartig – an die Hinterbänkler im Wagen unseres Vorstands überreichte, haben sich diese seine Mitfahrer vom Team uBu irrtümlich unter den Nagel gerissen – das passende Ende eines missratenen Tages! Hier die Ergebnisse:

Pl.

Gr. Land/Bereich

M.-P.

B.-P.


Br.

KSF I

Pkt./Sp.

1.

Untergrombach

38- 2

42,5


1

FM Clemens Werner

9,0 / 14

2.

KSF I

36- 6

46,5


2

Stefan Haas

11,5 / 14

3.

Waldbronn

26-14

32,0


3

FM Edwin Bach

12,0 / 14

4.

KSF II

23-17

33,5


4

Andreas Vinke

13,0 / 14

5.

Pfinztal

14-26

23,5





6.

Wiesental

11-29

19,5


Br.

KSF II

Pkt./Sp.

7.

Karlsbad

11-29

17,0


1

Thomas Schlager

7,5 / 11

8.

Sulzfeld

2-38

9,5


2

Alaa el-Din Khalil

9,0 / 14






3

Paul Zimmermann

8,5 / 14

Pl.

Gr. Bezirk/Kreis

M.-P.

B.-P.


4

Ulrich Schuster

8,5 / 14

1.

uBu (Kr.B/C)

17-3

29,0





2.

Ettlingen (Bzk./A)

17-3

29,0


Br.

KSF III

Pkt./Sp.

3.

KSF III (Bzk./A)

12-8

22,5


1

Boris Wald

5,5 / 10

4.

Hambrücken (Bzk./A)

11-9

23,0


2

Albert Latchin

4,5 / 10

5.

Karlsdorf I (Bzk./A)

11-9

21,0


3

Manfred Pochmann

6,5 / 10

6.

Karlsdorf II (Kr.B/C)

11-9

19,0


4

Horst Würfel

6,0 / 10

Wer die Tabelle genau betrachtet, wird erkennen, dass in der oberen Gruppe nach 3-Punkte-Regel, in der unteren nach dem alten System gewertet wurde.