Turnierbericht Wijk aan Zee
Wijk aan Zee 2010 Tienkamp · Von Frank Wiesner
Seit 1938 (mit Ausnahme von
1945) findet in Wijk aan Zee an der holländischen Nordseeküste ein stark
besetztes Großmeisterturnier statt, die Liste der Sieger ist imponierend und umfasst
etliche ehemalige Weltmeister. Als Rahmenprogramm gibt es verschiedene
Amateurevents, wobei man neben dem Schachspielen auch den Stars mal aus der
Nähe zuschauen kann. Da ich noch reichlich alten Urlaub hatte, habe ich mich
mit Paula zum „Tienkamp“ angemeldet. Dort werden Zehnergruppen nach ELO
gebildet, deshalb „Zehnkampf“. Die 9 Runden werden in 10 Tagen gespielt, was
ich als sehr entspannend empfand.
Wer dort auch mal spielen
will, dem sei geraten, sich so schnell wie möglich anzumelden. Wir hatten uns
sofort nach Freischaltung der Onlineanmeldung Anfang November eingeschrieben, und
schon kurze Zeit später war das Turnier voll (630 Teilnehmer).
Ich wurde in Gruppe 3G
gelost, Paula durch ihre hohe ELO nur eine Gruppe tiefer in 4H. Mit meinen 5 Punkten
kann ich noch zufrieden sein, mit meinem Spiel war ich es nicht. Dafür
überspielte Paula ihre 1800er bis 2000er Gegner oft nach Strich und Faden, so
dass zum Schluss 5,5 Punkte für sie auf dem Konto standen, was einer
DWZ-Performance von 1960 entspricht. (Auch in ihren beiden Verlustpartien hatte
sie sich bereits Vorteil erspielt, dann aber gepatzt.) Mit dieser Leistung
erregte sie einige Aufmerksamkeit, und so wurde sie interviewt und wir bekamen
eine Führung durch den VIP-Bereich.
Mit dem Wetter hatten wir
auch Glück. Im Januar kann man es dort wirklich übel erwischen, bei uns war es
aber windstill und sonnig, ideales Wetter für Strand- und Dünenspaziergänge.
Wijk liegt im Nordholländischen Dünenreservat, eine eigenartige, bis zu 5 km
breite einsame Dünenlandschaft, in der man noch Reste des ehemaligen
„Atlantikwalls“ besichtigen kann. Zum Baden war es aber noch etwas kalt (oder
wir nicht hart genug).