1. Frauenbundesliga

 

 

Die KSF-Frauen spielen in der Saison 2016/17 wieder in der 1. Frauenbundesliga. Bereits von 1996 bis 2013 war das Team ununterbrochen in der 1. Frauenbundesliga dabei. – Mannschaftsführerin ist Veronika Kiefhaber. Ebenso engagiert sich Bergit Brendel in der Organisation.

BL-Endrunde


Spielberichte:

Karlsruher SF SK Lehrte und

SV Medizin ErfurtKarlsruher SF

Nahe am Klassenerhalt

1. Bundesliga Frauen · 25./26.3.2017 · 7. + 8. Runde, Karlsruhe · Von Veronika Kiefhaber

50% aus den beiden Kämpfen gegen Lehrte und Erfurt waren eigentlich nicht das erhoffte Ergebnis, aber damit haben wir uns immerhin ziemlich nahe an den Klassenerhalt herangearbeitet. Doch fangen wir von vorne an:

Das erste Ziel bei unserem Heimspielwochenende war, mit einem vollständigen Team antreten zu können. Gundula musste aus familiären Gründen kurzfristig absagen, und die Suche nach Ersatz gestaltete sich schwierig. Schließlich saßen wir am Samstag aber doch mit sechs Spielerinnen an den Brettern:

Karlsruher SF 2056 3,5 : 2,5 SK Lehrte 1960
1 WGM Schmidt, Jessica 2256 1 : 0 WFM Sieber, Fiona 2131
2 WIM Mader, Manuela 2144 1 : 0 Düssler, Stefanie 2082
3 WIM Kiefhaber, Veronika 2140 0 : 1 Zschischang, Marine 2005
4 Wiesner, Paula 2006 1 : 0 Manusina, Nicole 1936
5 Scheynin, Julia 1967 0 : 1 Markgraf, Claudia 1902
6 Juszczak, Anna 1821 ½ : ½ Braje, Monika 1701

Manuela (Brett 2) brachte uns relativ früh in Führung, da ihre Gegnerin sich freundlicherweise mattsetzen ließ. Paula (Brett 4) überspielte ihre jugendliche Gegnerin, mit der sie schon des Öfteren die Klingen gekreuzt hat, deutlich, und nahm ihr erst die Qualität und dann den ganzen Punkt ab.Anna (Brett 6) stand sehr gut, verpasste aber den entscheidenden Stoß. Als sie remis anbot, ließ sich das die Schwarze nicht zweimal sagen…
Jessica (Brett 1) konnte eine umkämpfte Partie für sich entscheiden, indem sie in Zeitnot die Nerven behielt und die Gegenchancen nutzte. Julia (Brett 5) wurde von der Weißen in einer Französischvariante unangenehm plattgewalzt.Ich selbst (Brett 3) lehnte ein Remisangebot meiner Gegnerin ab, war zu optimistisch und wurde zerlegt. Der 3,5:2,5-Sieg sollte hoffentlich für den Klassenerhalt reichen.

Am Sonntag mussten wir sehr früh antreten: wegen der Umstellung auf die Sommerzeit eine Stunde früher als sonst.

SV Medizin Erfurt 1994 3,5 : 2,5 Karlsruher SF 1853 2079
1 WFM Juhasz, Barbara 2190 ½ : ½ WGM Schmidt, Jessica 2256
2 WFM Troyke, Doreen 2017 1 : 0 WIM Mader, Manuela 2144
3 WFM Müller-Ludwig, Kristin 1958 0 : 1 WIM Kiefhaber, Veronika 2140
4 Anisheva, Varvara 1996 ½ : ½ Wiesner, Paula 1986
5 Umpfenbach, Carolin 1981 ½ : ½ WFM Brendel, Bergit 2078
6 v.d. Weth-v. Nord., Petra 1824 1 : 0 Scheynin, Julia 1967

Leider gerieten wir schon bald unnötig in Rückstand: Julia (Brett 6) hatte ihr Tablet eingeschaltet in ihrer Tasche gelassen und wurde genullt: 0:1.
Den Ausgleich konnte ich (Brett 3) herstellen. Meine Gegnerin hatte viel Zeit verbraucht und sich unglücklich verteidigt. Als viel Material verloren ging, gab sie auf. Jessi (Brett 1) war mit dem Remisschluss zufrieden. In unangenehmer Stellung verteidigte sie sich zäh.Manuela (Brett 2) unterlief in der Zeitnotphase ein Fehler, durch den zu viel Material abhanden kam: 1,5:2,5. Der Kampf sah wirklich schlecht aus!
Paula (Brett 4) erkämpfte sich in einem Läuferendspiel mit einem Minusbauern noch einen halben Punkt: 2:3. Nur mit einem Sieg von Bergit, die für das Team eine weite Reise auf sich genommen hatte, wäre jetzt ein Mannschaftspunkt drin gewesen. In der Zeitnotphase hatte es die Schwarze verpasst, „den Sack zuzumachen“. In dieser spannenden Partie mussten wir letztlich sehr zufrieden mit dem erreichten Remis sein.

Nicht vergessen möchte ich ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen Helfer, besonders an Stefan Haas, Christoph Pfrommer, Birgit Werner sowie Marlene und Julius Kiefhaber.


Zwei knappe Ergebnisse in Hamburg

1. Bundesliga Frauen · 4./5. März 2017 · Runde 5 und 6 · Hamburg · Von Maria Heinatz

Auf dem Programm standen Revolte gegen die erfahrene Garde des Hamburger SK und ein Pflichtsieg gegen den Frauenbundesliga-Neuling TuRa Harksheide.

Hamburger SK : Karlsruher SF
2 IM Pähtz, Elisabeth (2480) ½ : ½ (2256) WGM Schmidt, Jessica 4
5 WIM Fuchs, Judith (2261) 1 : 0 (2145) WIM Mader, Manuela 5
6 WGM Hoolt, Sarah (2357) ½ : ½ (2190) WIM Delemarre, Isabel 6
8 WFM Rogozenco, Teodora (2051) 1 : 0 (2009) Heinatz, Maria 10
9 WIM Hegeler, Anja (2115) ½ : ½ (1902) Hund, Sarah 11
11 WFM Schmidt, Jade (2071) 0 : 1 (1967) Scheynin, Julia 13

Hamburg war in gewohnter Manier mit deutschen Top-Spielerinnen bestückt. Jessica und Isabel, die nach fünfjähriger Frauenbundesliga-Absenz ihren Einstand gab, behielten in ihren Leichtfigurenendspielen den Überblick und sicherten sich ein Remis gegen zwei Nationalspielerinnen. Auch Sarah erkämpfte sich ein Remis in einem Turmendspiel mit Minusbauern. Julia überrollte ihre Gegnerin mit einer Bauernwalze im Zentrum und fuhr einen ganzen Punkt ein. Obwohl die Niederlage mit 2,5:3,5 auf dem Papier knapp ausfiel, lag dem ordentlichen Spielverlauf zufolge kein weiterer halber Punkt drin. Ein Unentschieden war demnach unerreichbar.

Karlsruher SF : TuRa Harksheide
4 WGM Schmidt, Jessica (2256) ½ : ½ (2112) WFM Endress, Anna 1
5 WIM Mader, Manuela (2145) 0 : 1 (2006) Brandt, Carina 2
6 WIM Delemarre, Isabel (2190) ½ : ½ (1935) Diederichs, Luise 4
10 Heinatz, Maria (2009) 1 : 0 (1959) Wächter, Nathalie 5
11 Hund, Sarah (1902) 1 : 0 (1981) Köhler, Inken 8
13 Scheynin, Julia (1967) ½ : ½ (1753) Marx, Inga 11

TuRa Harksheide nutzten den Heimvorteil mit einigen Spieler- und Brettwechseln gegenüber dem Vortag. Manuela lief leider in die Vorbereitung ihrer Gegnerin und hatte am Ende für einen Minusbauern zu wenig Kompensation. Sarah gewann mit einem Mattangriff nach Lehrbuch. Zwei frühe Remis steuerten Jessica und Isabel bei. Julia entschied sich in einer unübersichtlichen Stellung mit Mehrfigur gegen zwei Bauern und offener Königsstellung für ein Remis. Marias entscheidender Mattangriff im Endspiel sicherte der Mannschaft wichtige Punkte für den Klassenerhalt.


Zwei Niederlagen

1. Bundesliga Frauen · 21./22.1.2017 · Runde 3 und 4 · Schwäbisch Hall · Von Maria Heinatz

Mit dem SK Schwäbisch Hall und den SF Deizisau standen den Karlsruher Damen zwei nominell übermächtige Mannschaften gegenüber.

SF Deizisau 2257 4,5 : 1,5 Karlsruher SF 2083
1 Naiditsch, Yuliya 2417 1 : 0 Heinatz, Gundula 2180
2 Schleining, Zoya 2329 ½ : ½ Schmidt, Jessica 2256
3 Levuskina, Elena 2325 1 : 0 Mader, Manuela 2145
4 Klek, Hanna Marie 2301 1 : 0 Wiesner, Paula 2006
5 Jelica, Mara 2118 1 : 0 Heinatz, Maria 2009
6 Lauterbach, Ingrid 2053 0 : 1 Hund, Sarah 1902

Schon sehr früh traute man seinen Augen kaum, als auf Sarahs Brett ein glatter Mehrturm zu verzeichnen war. Sauber brachte sie den Punkt nach Hause und die Karlsruher damit in Führung. Am Spitzenbrett verlor Gundula nach lang ausgeglichener Stellung den Faden und damit ihre Partie. Jessicas zähe Verteidigung in einem Endspiel mit Minusbauern bescherte ihr am Ende verdient einen halben Punkt. Da Manuela, Paula und Maria ihre Partien verloren, blieb es bei 1,5 Punkten.

Karlsruher SF 2083 1,5 : 4,5 SK Schwäbisch Hall 2376
1 Heinatz, Gundula 2180 0 : 1 Javakhishvili, Lela 2447
2 Schmidt, Jessica 2256 ½ : ½ Batsiashvili, Nino 2507
3 Mader, Manuela 2145 1 : 0 Kashlinskaya, Alina 2460
4 Wiesner, Paula 2006 0 : 1 Daulyte, Deimante 2440
5 Heinatz, Maria 2009 0 : 1 Bulmaga, Irina 2366
6 Hund, Sarah 1902 0 : 1 Mütsch, Annemarie 2037

Mit dem am Samstag gewonnenen Selbstbewusstsein erkämpfte sich Jessica ein sauberes Remis gegen die aktuelle Nr. 15 der Frauenweltrangliste. Auch Manuela zeigte ihr Potential mit einem glanzvollen Sieg gegen eine der besten Russinnen. Während Gundula, Paula und Maria ihre Partien verloren, wurde die dramatischste Partie des Wettkampfes an Brett 6 ausgetragen. Die ganze Mannschaft litt mit Sarah, als sie von einer klar besseren Stellung in ein kompliziertes Endspiel Doppelturm und Bauer gegen Turm und zwei Leichtfiguren abwickeln musste. Dabei wurde sie von ihrer Gegnerin völlig emotionslos abgezockt, fand sich in einem Mattnetz wieder und musste nach 115 Zügen die Waffen strecken.


Viele bekannte Gesichter – und Superstart hingelegt

1. Bundesliga Frauen · 22./23.10.2016 · 1. + 2. Runde, Baden-Baden · Von Veronika Kiefhaber

In der ersten Doppelrunde der Saison trafen wir am Samstag in Baden-Baden auf Bayern München. Da das Spiellokal im LA8 belegt war, fanden die Partien im Kristallsaal des Hotels Hirsch im Zentrum Baden-Badens statt – ein sehr eleganter Austragungsort mit dem einzigen Nachteil, dass es in der Nähe keine kostenlosen Parkplätze gibt.

Die Kämpfe konnten erst mit einigen Minuten Verspätung beginnen, da sich die Damen teilweise monatelang nicht gesehen hatten und erst noch einige Neuigkeiten ausgetauscht werden mussten. Der Schiedsrichter Holger Moritz nahm das mit einem Schmunzeln zur Kenntnis…

Es verirrte sich insgesamt nur eine Handvoll Zuschauer in das fürstliche Ambiente,  möglicherweise auch weil die Partien live übertragen wurden. Neben einigen Mitgliedern der Familie Kiefhaber kam auch unser Vereinsvorsitzender persönlich zur Unterstützung, danke!

In den Reihen der Münchnerinnen traten gleich zwei ehemalige KSF-Spielerinnen an: Nelly Vidonyak und Marianne Spiel, die beide lange kämpften, dann aber doch den heutigen KSF-lerinnen die Punkte überlassen mussten.

Paula gewann als Erste ihre Partie (Brett 4). Sie eroberte einen Bauern, ließ sich nicht irritieren und brachte den Punkt sicher nach Hause. Sarah (Brett 6) gewann schon im 14. Zug eine Figur. Ihre Gegnerin spielte noch lange weiter, musste aber letztlich doch die Segel streichen, da Sarah geduldig weiteres Material einsammelte und abtauschte.

Bei Jessi (Brett 1) klappte heute gar nichts. Sie verbrauchte ungewöhnlich viel Bedenkzeit, stand schon früh gedrängt und übersah einen taktischen Trick, infolgedessen eine Figur verloren ging.

Bergit (Brett 5) spielte erst recht passiv, konnte sich dann aber gut befreien und landete in einem Turmendspiel mit einem Mehrbauern, gewann einen weiteren Bauern und schließlich auch die Partie.

Karlsruher SF 4 : 2 FC Bayern München
4  WGM Schmidt, Jessica (2256) 0 : 1 (2008) Dirmeier, Carolin 5
5  WIM Mader, Manuela (2144) 1 : 0 (2110) WIM Vidonyak, Nellya 6
7  WIM Kiefhaber, Veronika (2140) 0 : 1 (2018) WIM Ankerst, Milka 7
8  Wiesner, Paula (1986) 1 : 0 (1851) Niedermaier, Barbara 8
9  WFM Brendel, Bergit (2035) 1 : 0 (1863) WFM Spiel, Marianne 9
11  Hund, Sarah (1963) 1 : 0 (1825) Roos, Karin 12

Zu einem packenden Duell kam es zwischen den beiden Kämpferinnen Nelly und Manuela (Brett 2). Schon früh opferte Nelly eine Figur, nach einem wilden Mittelspiel – für Außenstehende etwas undurchsichtig – setzte sich Manuela mit Mehrfigur im Endspiel sicher durch.

Als Letzte blieb mal wieder ich übrig (Brett 3). Als ich einen Bauern zu verlieren drohte, opferte ich die Qualität, war auf der Suche nach Gegenspiel nicht besonders erfolgreich und musste die Niederlage quittieren. Somit stand also ein 4:2-Sieg auf dem Papier.

SG Augsburg 2 : 4 Karlsruher SF
2  WFM Hapala, Lisa (2096) ½ : ½ (2256) WGM Schmidt, Jessica 4
6  WFM Horvath, Maria (1982) 0 : 1 (2144) WIM Mader, Manuela 5
7  Dr. Woniak, Katarzyna (1858) ½ : ½ (2140) WIM Kiefhaber, Veronika 7
8  Amelang, Astrid (1949) ½ : ½ (1986) Wiesner, Paula 8
11  Braun, Kristin (1843) ½ : ½ (2035) WFM Brendel, Bergit 9
13  Dr. Münch, Ursula (1670) 0 : 1 (1963) Hund, Sarah 11

Wie schon einmal überraschte uns Augsburg auch am Sonntag mit einer neuen Aufstellung. Eine Spielerin war bereits abgereist und als Ersatz kam die Mannschaftsführerin zum Einsatz.

Sehr früh nahm ich ein Remisangebot meiner Gegnerin an, da bei vorherigem langem Nachdenken nichts Sinnvolles herausgekommen war.

Auch Paula war bald fertig: In einem Endspiel mit ungleichen Läufern sah keine Partei Gewinnchancen.

Jessi spielte wieder gewohnt schnell und druckvoll, doch der kleine Vorteil verflachte schnell: auch remis.

Bei Bergit ging es heiß her: Mit Bauernopfern war sie sehr großzügig, eroberte zum Ausgleich den gegnerischen Springer und musste sich dann erst einmal gegen die Mattdrohungen der Schwarzen wehren. Schließlich kam das vierte Unentschieden zustande.

So verblieben noch Manuela und Sarah, die an diesem Wochenende die optimale Punktausbeute erreichten und für den zweiten Mannschaftssieg sorgten: Manuela nahm ihrer Gegnerin nach langem Kneten zuerst einen Bauern und dann das Turmendspiel ab. Auch Sarah eroberte einen Bauern und agierte dann im Endspiel mit Springer gegen Läufer so geschickt, dass die Weiße bald die Waffen streckte.

Damit haben wir einen Superstart hingelegt und können entspannt auf die nächste Doppelrunde schauen, die tatsächlich erst im neuen Jahr, im Januar, stattfindet.

Auch Baden-Baden ließ nichts anbrennen. Mit 4:0 Mannschafts- und 10,5 von 12 möglichen Brettpunkten holten sie fast die Maximalausbeute…


Saison 15/16