2. Doppelrunde der 2. FBL Süd

Zwei Mal Glück gehabt und 3 Punkte heimgebracht

2.FBL · 29.-30.11.2025 · Mainz · © Stefan Haas

Die zweite Doppelrunde führte uns nach Mainz, wo uns eigentlich angenehme Aufgaben bevorstanden. Unsere Aufstellung kam nicht an die der ersten Doppelrunde heran und dann fiel auch noch kurzfristig Mara aus, doch Maria sprang mit großem Enthusiasmus ein, und so gab es gewisse Parallelen zum Augsburger Wochenende 2022….

    Schott Mainz 1887 2 : 4 Karlsruher SF 1965 2,37
1 WFM Kuznecova, Marija 2201 ½ : ½ WGM Schmidt, Jessica 2164 0,55
2 Mader, Lena 1864 0 : 1 Doll, Rebecca 1969 0,35
3 Brandl, Lea Maria 1845 ½ : ½ Dr. Rubina, Tatiana 2027 0,26
4 Krasnopeyeva, Julia 1900 ½ : ½ Basovskiy, Jana 1911 0,48
5 Katte, Isabel 1854 ½ : ½ Scheynin, Julia 1925 0,40
6 Gyacsok, Dzvinka 1658 0 : 1 Grining, Maria 1791 0,32

An allen Brettern wurde zäh gekämpft und alle Partien endeten erst nach der Zeit-kontrolle. Jana hatte sich zwischenzeitlich etwas Vorteil herausgearbeitet und sogar einen Mehrbauern erobert, doch der Vorteil versandete und sie zog die Notbremse, bevor etwas schiefging. Rebecca hatte sich durch einen geschickten Hebel die bessere Bauernstellung am Damenflügel verschafft und ging zielstrebig ins Damenendspiel, das sie dann souverän verwertete. Jessica hatte war gegen das Blumenfeldgambit mit einer guten Stellung aus der Eröffnung gekommen, geriet dann aber unter Druck und musste den Bauern zurückgeben. Sie verteidigte sich aber sehr geschickt gegen ihre starke Gegnerin und brachte das Remis nach Hause. Tatianas Partie sah immer völlig ausgeglichen aus, obwohl die Engines bei ihr eher einen Nachteil vermuteten, obwohl sie eine Bauernmehrheit am Damenflügel besaß. Am Ende löste sich aber auch hier alles in Wohlgefallen aus. Dagegen machte uns Julia zwischenzeitlich große Sorgen. Bei heterogenen Rochaden stürmten beide Spielerinnen mit den Bauern auf die Könige los; und als die Gegnerin eine Figur für drei Bauern opferte, sollte Julia eigentlich in Vorteil kommen. Durch ein taktisches Übersehen geriet sie jedoch in einen tödlichen Angriff. Maria hatte derweil nach geduldigem Manövrieren einen Bauern erobert, doch die ungleichfarbigen Läufer ließen, obwohl auch noch die Dame und ein Turm auf dem Brett standen, keine Gewinnchancen erkennen. In dieser kritischen Lage kam uns ein „Doppelwunder“ zu Hilfe: Julia konnte ihre Gegnerin, die schon lange nicht viel mehr als das Inkrement zur Verfügung hatte, mit einem Bluff austricksen und in ein Doppelturmendspiel mit Minusbauern abwickeln, das sie dann zum Remis führte. Auch Maria konnte bei ihrer Gegnerin zu einem groben taktischen Fehlgriff verleiten und eroberte einen Turm. So gewannen wir doch recht glücklich mit 4:2.

Am Sonntag ging es dann gegen Gernsheim, die in der ersten Doppelrunde unglücklich gegen Garching verloren hatten. Und ihnen gelang erneut eine Überraschung…

  Karlsruher SF 1965 3 : 3 SK Gernsheim 1851 3,90
1 WGM Schmidt, Jessica 2164 0 : 1 WFM Müller, Riyanna 1988 0,73
2 Doll, Rebecca 1969 0 : 1 Lukas, Anne 2028 0,42
3 Dr. Rubina, Tatiana 2027 ½ : ½ Ries, Jutta 1974 0,58
4 Basovskiy, Jana 1911 ½ : ½ Müller, Manon 1795 0,66
5 Scheynin, Julia 1925 1 : 0 Mao, Yvonne 1719 0,77
6 Grining, Maria 1791 1 : 0 Lerch, Cornelia 1599 0,75

Jessica lief bereits in der Eröffnung in eine Falle und büßte einen Bauern ein, dessen Rückgewinn sie mit so großen Felderschwächungen bezahlen musste, dass ihre Partie schnell zusammenbrach. Jana war derweil in eine passive Lage geraten und konnte nur mit Mühe in ein Turmendspiel mit Isolani abwickeln, das ihre Gegnerin wohl angesichts der allgemein günstigen Lage der Gernsheimerinnen remis gab. Julia hatte ihre Gegnerin in der Eröffnung mit einem merkwürdigen Hippo-Versuch überrascht, doch der Schlag ging nach hinten los. Zwar konnte sie irgendwie einen Bauern schnappen, stand danach aber mit dem Rücken zur Wand. Doch sie kämpfte. Es war ihr aber noch nicht richtig gelungen, wieder ins Spiel zu kommen, als ihre Gegnerin unerwartet die Zeit ablaufen ließ. Das brachte uns zwar vorübergehend wieder ins Spiel, doch inzwischen kämpfte Rebecca in einem Turmendspiel mit einem Minusbauern einen aussichtslosen Kampf. Tatiana kämpfte und manövrierte, und ihre Partie schwankte lange zwischen einem minimalen Vorteil und Ausgleich hin und her. Bei Maria war eine recht komplizierte Stellung auf dem Brett, in der ihr Läuferpaar nach einer Stellungsöffnung verlangte, doch sie fand den Dosenöffner nicht. Schließlich eroberte sie die Qualität für einen Bauern, doch die generischen Springer kamen gut ins Spiel und ein Drama bahnte sich an. Inzwischen hatte Rebecca aufgeben müssen und wir lagen wieder zurück. Nun gab Maria verzweifelt die Qualität zurück, um etwas Ellenbogenfreiraum für ihre Dame zu erhalten, doch mit dem Minusbauern sah es nicht gut aus. Schließlich fand sie den Kraftzug 45.c4-c5, der laut der nachträglichen Analyse bei richtiger Verteidigung aber auch nicht mehr als Ausgleich ergeben hätte, doch ihre Gegnerin lief am Ende schnurstracks ins Matt. Das war das zweite „Doppelwunder“. Bei Tatiana war das Remis nun offensichtlich, doch sie kämpfte tapfer weiter, da sie die glückliche Wendung bei Maria nicht mitbekommen hatte, und der Mannschaftsführer scheiterte (nach Rücksprache mit dem Schiedsrichter) beim ungeschickten Versuch, Tatiana ein Remisangebot nahezulegen. Wenig später durften wir uns dann aber doch über ein höchst glückliches 3:3 freuen.

Bayern München hatte sich an diesem Wochenende gegen einen Doppelsieg (wenn auch weniger klar als bei uns) gegen Nürnberg und Regensburg an die Tabellenspitze gespielt, wir haben aber immer noch zwei Brettpunkt mehr. So werden wir auf einen Sieg am letzten Spieltag in der direkten Begegnung hoffen müssen.

Erwähnenswert ist noch der schöne Sieg von Jessicas Tochter Sophie im Parallelspiel zwischen Stuttgart und Mainz, der unserem Reisepartner ebenfalls zum 3:3 verhalf.