DVM · 27.-30.12.2025 · Rotenburg (Wümme) · Von Lukas Pfatteicher
Am zweiten Weihnachtsfeiertag machten wir uns mit sieben Spielerinnen und Spielern auf den Weg nach Rotenburg (Wümme) zur DVM U20. Obwohl die Züge gut gefüllt waren, verlief die Anreise überraschend entspannt und in bester Stimmung. Sogar die Bahn zeigte sich diesmal von ihrer zuverlässigen Seite – wir kamen tatsächlich pünktlich an! In der Jugendherberge erwartete uns außerdem erfreulich gutes Essen, was die Vorfreude auf die kommenden Schachtage noch weiter steigerte.
Runde 1 – gegen Erkenschwick
Zum Auftakt wartete mit Erkenschwick gleich ein schwerer Gegner. An vier Brettern gerieten wir früh unter Druck und lagen schnell mit 0:4 zurück. Hoffnung machten jedoch Mara und Leonhard, die beide gut aus der Eröffnung kamen. Während Leonhard seine Stellung leider noch entglitt, verwertete Mara ihren Vorteil souverän zum Ehrenpunkt. Endstand: 1:5.
Runde 2 – gegen Mainz
In der zweiten Runde tappte Mark im Dameninder in ein gemeines Bauernopfer und erhielt anschließend keine wirkliche Chance mehr. Konstantin erspielte sich zunächst einen Mehrbauern, verlor jedoch in der Zeitnotphase den Überblick – und wurde sogar mattgesetzt. Für einen Lichtblick sorgte Lucas, der mit einer feinen Falle eine Figur gewann und sicher siegte. Auch Mara, Sinan und Alex hatten zwischendurch gute Stellungen, konnten diese jedoch nicht verwerten. Am Ende stand ein 2:4.
Runde 3 – gegen Lübeck
Gegen Lübeck erwischte Lucas im Drachen einen schlechten Tag und geriet schnell in Nachteil. Leonhard verlor in komplizierten Verwicklungen zwei Bauern, dafür zeigte Sinan im Caro-Kann eine Glanzpartie und gewann überzeugend.
Alex sorgte für Aufsehen, als er nacheinander Qualität, Bauern und Figuren opferte – die Kompensation war beeindruckend, und nach einem groben Fehler des Gegners stand es 2:2. Der erste Punkt schien greifbar, doch Mara geriet unter einen immer stärker werdenden Königsangriff und verlor, und auch Mark konnte sein Damenendspiel nicht gewinnen. Wieder eine knappe Niederlage – 3½:2½.
Runde 4 – gegen München
Gegen den zweiten Tabellenletzten sollte endlich der erste Punkt her. Doch Mara geriet früh unter Druck und verlor vor der Zeitkontrolle, Leonhard folgte später in Zeitnot. Konstantin verwertete seinen Mehrbauern souverän, Mark kam über ein Remis nicht hinaus. Alex’ Partie glich einer Achterbahnfahrt, endete aber leider im Mattnetz. Sinan steuerte noch ein Remis bei – 2½:3½.
Runde 5 – gegen Göppingen
Sinan gewann bereits seine dritte Partie in Serie und der Gegner gab noch vor dem 20. Zug auf. Doch an den anderen Brettern folgten zu viele Fehler, die konsequent bestraft wurden. Mara und Mark nahmen Remisangebote an, sodass es erneut 2:4 hieß.
Runde 6 – gegen Bad Homburg
Auch diesmal brachte uns Sinan früh in Führung: Im Maroczy-System schob er seinen Gegner regelrecht zusammen. Mark erhöhte nach einer schönen taktischen Wendung auf 2:1. Leonhard remisierte, Alex verlor ein schwieriges Endspiel – 2½:2½. Lucas hatte sich ein vielversprechendes Endspiel erarbeitet, doch sein Gegner verteidigte sich hartnäckig und rettete sich ins Remis. So endete der Kampf 3:3 — unser erster Mannschaftspunkt!
Runde 7 – gegen Lehrte
In der Schlussrunde trafen wir auf die Gastgeber aus Lehrte. Ein 4:2-Sieg wäre nötig gewesen, um noch an ihnen vorbeizuziehen. Durch einen kampflosen Punkt von Leonhard gingen wir früh in Führung. Doch Sinan ließ seinen König etwas zu lange im Zentrum stehen und wurde ausgekontert. Besonders erfreulich war Konstantins Musterpartie gegen ein zu frühes c4 im Franzosen: lehrbuchhafte Widerlegung, geduldiger Druck – ein sauber herausgespielter Sieg und ein echtes Highlight zum Abschluss. Auch Mara gewann ihr Endspiel sehr überzeugend und erhöhte weiter. Lucas geriet nach einer strategischen Ungenauigkeit unter Druck. Sein Verzweiflungsangriff schlug leider nicht durch. Mark sicherte schließlich mit einem Remis den ersten und einzigen Mannschaftssieg des Turniers ab. Doch da es „nur“ ein 3½:2½ blieb, reichte es nicht mehr für den Sprung nach vorne – wir beendeten die Meisterschaft auf dem letzten Tabellenplatz.
Fazit
Sportlich lief die DVM für uns sicher nicht wie erhofft. Viele gute Ansätze, starke Einzelpartien – aber zu oft fehlte in kritischen Momenten die letzte Präzision oder Nervenstärke. Trotz des bescheidenen Ergebnisses hatten wir eine schöne gemeinsame Woche, viel Spaß abseits der Bretter und nehmen reichlich Erfahrungen mit. Ein großes Dankeschön gilt den Gastgebern in Rotenburg für die tolle Organisation – und wir hoffen natürlich, im nächsten Jahr wieder anzugreifen.