Abigail holt 6. Platz bei der Jugend-WM U7w

Vom 13.-21.10.2026 fand im spanischen Roquetas de Mar die neu eingeführte Jugendweltmeisterschaft U7w statt.

Aufgrund ihrer hohen DWZ konnte Abigail einen Startplatz ergattern und somit Deutschland bei diesem Event vertreten.

Chuyi und Nicholas ließen es sich nicht nehmen, ihre Tochter bei ihrem ersten großen internationalen Auftritt zu begleiten.

Da U7w-Spielerinnen kein Trainer vor Ort zur Verfügung gestellt wurde, übernahm der Berichterstatter diese Aufgabe online.

Nach dem Anreisetag am 13.10. stand am 14.10. dann die erste Doppelrunde am dem Programm.

Da nur wenige Teilnehmerinnen eine ELO-Zahl vorzuweisen hatten, war die Startrangliste größtenteils alphabetisch sortiert.

Abigail bekam Leila Aldazharova aus Kasachstan zugelost.

Das war gleich zu Anfang ein hartes Los. Kasachstan dominierte letztlich diese Jugendweltmeltmeisterschaft und holte in zwölf Wettbewerben sieben Mal Gold, zwei Mal Silber und vier Mal Bronze.

In der Vorbereitung war schon zu sehen, dass Abigails Gegnerin schon Erfahrung auf internationalem Parkett hatte, da sie bereits die letztjährige Jugendweltmeisterschaft U8w mitgespielt hatte. Zudem war zu erwarten, dass ihre Gegnerin theoriefest sein würde.

So kam es dann auch. 14 Züge Vorbereitung. Als die Spielerinnen auf sich gestellt waren, zeigte Abigail ihre Stärke, überspielte ihre Gegnerin und erreichte ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern.

Ihre Gegnerin zeigte jedoch eine brillante Verteidigungsleistung und entkam gerade so ins Remis.

Der Berichterstatter, der die Partien an den ersten zwei Brettern ebenfalls verfolgt hatte, war ziemlich beeindruckt und meinte, dass Abigails Erstrundengegnerin wohl zu den besseren Spielerinnen dort gehöre. Letztlich war das eine vorsichtige Aussage, da Abigails Gegnerin am Ende Weltmeisterin werden sollte.

Für von der DSJ verwöhnte Fans war das Turnier ziemlich nervenaufreibend. Im Gegensatz zu Deutschen Jugendmeisterschaften, bei denen jedes Brett live übertragen wird, gab es leider nur Liveübertragungen der ersten zwei Bretter.

In der Nachmittagsrunde traf Abigail auf Anaisha Sharma aus Kanada. Abigail ließ den Grand-Prix-Angriff ihrer Gegnerin ins Leere laufen, sammelte nach und nach Material ein und fuhr einen ungefährdeten Sieg ein.

1,5 Punkte aus zwei Partien waren ein hervorragender Auftakt am ersten Tag.

Nächste Gegnerin in Runde drei war Rayana Abaikyzy (erneut aus Kasachstan). Nach guter Eröffnung stand Abigail vielversprechend, verlor allerdings dann durch eine Unachtsamkeit einen wichtigen Bauern. Im weiteren Verlauf musste sie ein Turmendspiel mit zwei Minusbauern verteidigen, was sie auch wie eine Löwin tat. Als sie tatsächlich ein theoretisch remises Bauernendspiel erreicht hatte, unterlief ihr allerdings noch eine Ungenauigkeit, die leider die Partie kostete.

In der vierten Runde traf Abigail auf Enkhmend Baasansuren aus der Mongolei. Direkt aus der Eröffnung nahm Abigail ihre Gegnerin positionell auseinander und erreichte eine objektive Gewinnstellung. Leider fand sie keinen direkten Gewinn und begnügte sich mit einem deutlich besseren Endspiel. Wie so häufig war dann der Trend nicht mehr ihr Freund. Das Endspiel entglitt ihr und am Ende musste sie eine mehr als unglückliche Niederlage quittieren.

Die Enttäuschung saß tief. Auch am zweiten Tag hatte sie super gespielt, aber leider keinen Punkt geholt. Glücklicherweise hat Abigail tolle Eltern. Sie gingen mit ihr ans Meer. Dort warf sie alles Negative hinein und so konnte es weitergehen.

In Runde fünf spielte Abigail gegen Irina-Maria Gab aus Rumänien. Es war bereits die fünfte Partie in drei Tagen. Die Partien wurden mehr und mehr eine Sache des Willens. Nach ordentlicher Eröffnung verlor Abigail zunächst eine Figur. Durch ihre Figurenaktivität konnte sie kurz darauf eine Qualität zurückerobern. Eine weitere Unachtsamkeit der Gegnerin nutzte sie in der Folge zu einem weiteren Figurengewinn. Den Materialvorteil verwertete Abigail dann sicher im Endspiel zum vollen Punkt.

Die Nachmittagsrunde war die letzte Runde vor dem Ruhetag. In dieser traf Abigail auf Sophia Kaliskami aus Griechenland. Die Partie verlief einseitig. Direkt in der Eröffnung übernahm Abigail das Kommando, erreichte schnell eine Gewinnstellung und fuhr einen souveränen Sieg ein.

Das Meer hatte gewirkt. Nach der Enttäuschung am Vortag kam Abigail mit zwei Siegen zurück. Jetzt war erst einmal Erholung angesagt. Sechs Runden in drei Tagen kosten viel Kraft.

Nach dem Ruhetag traf Abigail in Runde sieben auf Diana Matamoros Gutierrez aus Spanien. Abigail zeigte eine starke Leistung, hatte die Partie gut im Griff und konnte einen riesigen Materialvorteil ansammeln. Leider ist es im Schach nie zu spät, gute Leistungen zu ruinieren. Ein Moment der Unachtsamkeit reichte, um sich mattsetzen zu lassen.

Aber auch durch dieses Unglück ließ sich Abigail nicht aus der Bahn werfen. Am Nachmittag spielte sie gegen Anastasiia Riskovets aus Israel. Erneut zeigte Abigail eine starke Leistung, die sie dieses Mal aber zum vollen Punkt verwerten konnte.

Am vorletzten Tag stand die einzige Einzelrunde auf dem Programm.

Gegnerin war hier Rita Emilija Blazeka aus Kroatien.

Das harte Programm forderte so langsam seinen Tribut. Abigail spielte eine gute Eröffnung und konnte in der Folge erst einen Bauern und dann zusätzlich eine Figur erobern. Eine Springergabel kostete sie dann aber einen Turm. Trotzdem wurde weiter gekämpft und es dauerte nicht lange, bis ihre Gegnerin unachtsam war und erneut eine Figur verlor. Es entstand ein Endspiel, in dem Abigail zwei Läufer gegen einen Turm hatte. Nach hartem Kampf konnte sie diesen Vorteil schließlich verwerten.

Am letzten Tag wurde nochmal eine Doppelrunde gespielt.

In der zehnten Runde hieß die Gegnerin Alima Akimkhan aus Kasachstan, die letztlich Vizeweltmeisterin werden sollte.

Diese war die einzige Runde, in der für Abigail irgendwie nichts zusammenlief. Früh ging ein Bauer verloren, der sich im Bauernendspiel letztlich als entscheidend erwies.

Eine Runde gab es noch. Diesmal gegen Ida Wilczynska aus Polen. Noch einmal alle Kraft zusammennehmen und kämpfen. Die Partie begann nicht gut. Abigail kamen zwei Bauern abhanden. Doch schließlich machte sich bei ihrer Gegnerin wohl die Ermüdung bemerkbar. Ein Versehen brachte Abigail eine Figur ein. Daraufhin versuchte Abigails Gegnerin, auf Grundreihenmatt zu spielen, was allerdings schließlich zu Damenverlust führte. So konnte Abigail letztlich die Schlussrunde gewinnen.

Jetzt war bloß die Frage, wie weit es noch nach vorne gehen würde. Tatsächlich spielten alle anderen Bretter für Abigail, so dass sie das Turnier auf einem hervorragenden sechsten Platz abschloss.

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