Große KSF-Delegation bei der DJEM in Willingen

« 1 von 4 »

KSFler so zahlreich vertreten wie noch nie

Deutsche Jugendeinzelmeisterschaften · 03.-11.06.2017 · Willingen · Von Andreas Vinke

Die diesjährigen Deutschen Jugendeinzelmeisterschaften fanden wieder einmal im vor allem Freunden des Skispringens wohlbekannten Wintersportort Willingen statt. Spielort war das Sauerland Stern Hotel, das nach eigenen Angaben „das größte in der Mitte“ Deutschlands ist. Bei insgesamt ca. 1200 unterzubringenden Personen ist ein Hotel einer ziemlich hohen Größenordnung auch notwendig.

Unsere Delegation war dieses Jahr so groß wie noch nie. Paula, Hannah, Darja, Kim, Simon, Yuan und Hendrik waren für die offiziellen Meisterschaften qualifiziert. Am U25-Turnier nahmen Stefan, Alex, Julius, Tobias, Carlos und Jonas teil. Fabian spielte als gefühlter KSFler im Kika (Kinder können’s auch)-Turnier mit. Clemens, Holger und Andi fuhren als Trainer mit und Kristin war als Schiedrichterin der DSJ vor Ort.

Am Samstag, 03.06. war Anreisetag. Für die meisten Teilnehmer stand nach der Ankunft und dem Beziehen der Zimmer Freizeit auf dem Programm. Lediglich die Jüngsten durften im Kika-Turnier schon zu ihrer ersten Runde an die Bretter. Beim Kika setzt die DSJ jedes Jahr neue Maßstäbe für ein ideales kindgerechtes Schachturnier. Gespielt werden sieben Runden Schnellschach an insgesamt drei Tagen. Neben dem Schach wird für viel Abwechslung, Spiel und Spaß gesorgt, so dass die Teilnahme an diesem Turnier für die Kinder ein einmaliges Erlebnis darstellt.

Das Kika stand dieses Jahr unter dem Motto „die Minions sind los“. Folgerichtig sah man dann auch einige „gelbe Wesen“, da die Turnierleiter sich ein entsprechendes Outfit verpassten. Beim Kinderschminken konnten die Kinder dann nachziehen.

Nicht nur die Kinder konnten sich über über eine Fülle von Freizeitmöglichkeiten freuen. Ein Indoor-Fußballplatz, Tischtennisplatten, Tischkicker, gemeinsame „Werwolf“-Runden und viele Spiele, die man ausleihen konnte, luden zu diversen Aktivitäten ein. Zudem war ein Besuch des am Hotel gelegenen Spaßbades eine von vielen Teilnehmern gerne genutzte Freizeitoption. Hinzu kam ein umfangreiches Rahmenprogramm, das Blitzturniere, ein Tandemturnier, ein Familienschachturnier und eine Schatzsuche beinhaltete.

Beim Blitzturnier U14 hatten wir einen schönen Erfolg zu verzeichnen. Simon spielte zusammen mit Marvin Henning. Dies war eine besondere Kombination, da die beiden bei der letzten DVM U14 in Düsseldorf am Ende in der Brettwertung für das dritte Brett punktgleich auf Platz eins lagen. Durch eine ziemlich fragwürdige Entscheidung der DSJ-Vertreter wurde damals Marvin der Brettpreis zuerkannt. Es schien so, als wollte jetzt Marvin Wiedergutmachung betreiben. Er holte bärenstarke 6 aus 7 an Brett 1, während Simon auf 4 aus 7 kam. Verdienter Lohn war am Ende ein dritter Platz und damit verbunden hochwertige Sachpreise.

Ausgedehnte Freizeitmöglichkeiten, ein schönes Hotel und gutes Essen: Für exzellente Rahmenbedingungen war also gesorgt.

Aus sportlicher Sicht lief es für unsere Mädels und Jungs recht gut.

Alex und Stefan spielten in der ODEM A im Rahmen ihrer Gewinnerwartung. Tobias, Julius, Jonas und Carlos ließen in der ODEM B ihr Können aufblitzen und profitierten insbesondere von der Vor- und Nachbereitung jeder Partie – ein besseres Trainingslager kann man sich nicht vorstellen.

In der U10w spielten von uns Kim und Darja mit. Kim sammelte auf der höchsten deutschen Ebene erste wertvolle Erfahrungen, während Darja jedwede Erwartungen sprengte. Darja spielt erst seit letztem September ernsthaft Schach und dennoch gelang es ihr, mit der deutschen Spitze mitzuhalten. Sie spielte im Verlauf des Turniers gegen die vier topplatzierten Spielerinnen des Endklassements und holte am Ende einen sensationellen siebten Platz.

Hannah gab ihr Debut bei der DJEM in der Altersklasse U12w. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten schien sie sich nach und nach an die spezielle Atmosphäre einer Deutschen Meisterschaft gewöhnt zu haben. Ein atemberaubender Schlussspurt katapultierte sie am Ende auf einen hervorragenden 18. Platz. Damit war sie hinter Antonia Ziegenfuß, die als Topfavoritin sich auch den Titel sichern konnte, zweitbeste badische Vertreterin.

Paula, die ihre letzte DJEM spielte, kam nach einem soliden Turnier in der U18w auf einen ordentlichen fünften Platz.

Hendrik, der in der U10 schon zum zweiten Mal dabei war, spielte ein sehr starkes Turnier. Letztlich Platz 12 und ein dreistelliger DWZ-Zuwachs waren der verdiente Lohn.

Dem stand Yuan in der U12 in nichts nach. Er war in der zweiten Hälfte gesetzt und spielte im Turnierverlauf ausschließlich gegen nominell deutlich stärkere Gegner. Davon ließ er sich aber keineswegs beeindrucken. In der dritten Runde besiegte er sogar den Topgesetzten Spieler, der fast 600 DWZ-Punkte mehr auf die Waage brachte und das als Schwarzer in nur 17 Zügen!

Am Ende standen saubere 50%, Platz 25 (damit bester Badener) und ein dreistelliger DWZ-Zuwachs zu Buche.

Ganz so rund lief es für Simon in der U14 leider nicht. Er spielte starke Partien, demonstrierte, dass seine Qualifikation kein Zufall war und dass er auf deutscher Ebene auf jeden Fall mithalten kann. Leider wird sein Ergebnis seiner Leistung nicht gerecht. Mindestens einen Punkt mehr hätte er nach den Partien verdient gehabt.

Bleibt noch zu beleuchten, was unsere Trainer und unsere DSJlerin an Arbeit geleistet haben. Bei den Trainern verwundert es nicht weiter, dass sie mit Vor- und Nachbereitung und Betreuung der ihnen zugeteilten Kinder mehr als ausgelastet waren. Andi betreute zudem noch die Internetseite der SJB, um Daheimgebliebene Badener über den jeweiligen Stand in Willingen auf dem Laufenden zu halten.

Kristin war als Schiedsrichterin in der U10 und U12 aktiv. Diese Altersklassen sind für Referees die arbeitsintensivsten. Neben dem standardmäßigen Herrichten des Turniersaals und der Auslosung für die jeweils nächste Runde muss man hier darauf achten – trotz aufgestellter Namensschilder, dass auch alle Kinder am richtigen Platz sitzen. Zudem ist hier insbesondere auch Einfühlungsvermögen gefragt. Es gibt immer mal wieder das eine Tränchen zu trocknen. Weiterhin kommt es regelmäßig vor, dass man es mit Eltern zu tun hat, die im Turnierverlauf alles und jeden in Bezug auf möglichen Betrug verdächtigen.

Auch vielfach unterschätzt wird die Laufleistung eines Schachschiris. Bei einer Doppelrunde können auch schon mal 20 km zusammen kommen.

In der Summe ist die Schiedsrichtertätigkeit bei einem solchen Turnier mehr als ein Vollzeitjob.

Dies führt natürlich auch dazu, dass , man dem ganzen Organisationsteam ein herzliches Dankeschön aussprechen muss. Das Schiriteam, Freizeitteam, Öffentlichkeitsteam, etc. haben eine hervorragende Arbeit geleistet, sich teilweise die Nächte um die Ohren geschlagen, damit es am nächsten Morgen auch eine aktuelle Meisterschaftszeitung gab und auch sonst alles reibungslos lief.

Hoffentlich sind wir nächstes Jahr wieder mindestens so zahlreich bei der DJEM vertreten. Egal ob offizielle Meisterschaft, ODEM oder Kika – eine Teilnahme ist auf jeden Fall ein unvergessliches Erlebnis.