1. Frauenbundesliga

Die KSF-Frauen spielen seit der Saison 2015/16 wieder in der 1. Frauenbundesliga.

Bereits von 1996 bis 2013 war das Team dort ununterbrochen dabei.

Mannschaftsführer ist Stefan Haas.

Saison 2019/20

Gut gekämpft, aber keinen Mannschaftspunkt geholt

Karlsruher SF – SK Schwäbisch Hall und SF Deizisau – Karlsruher SF

1. Bundesliga Frauen · 14./15.9.2019 · 1. + 2. Runde, Karlsruhe · Von Stefan Haas

Die erste Doppelrunde der neuen Saison brachte uns die gleichen Paarungen wie die letzten beiden Runden von Berlin Anfang März diesen Jahres; und wir konnten bei Weitem nicht so gut besetzt antreten wie damals. Wie sollte das diesmal enden?

Nicht ganz unerwartet trat Schwäbisch Hall wieder mit einer reinen 2400er-Truppe an.

  Karlsruher SF 2127 : SK Schwäbisch Hall 2438
1 WIM Annmarie Mütsch 2250 ½ : ½ IM Lela Javakhishvili 2458
2 WFM Lena Georgescu 2229 1 : 0 GM Bela Khotenashvili 2453
3 WIM Manuela Mader 2190 0 : 1 IM Ekaterina Atalik 2456
4 WIM Anne Moingt 2068 0 : 1 IM Irina Bulmaga 2440
5 Dr. Tatiana Rubina 2050 0 : 1 IM Deimante Cornette 2412
6 Anna Juszczak 1976 0 : 1 IM Lilit Mkrtchian 2408

Tatianas Gegnerin konnte mit einem raffinierten Tempoverlust (!) einen gefährlichen Angriff einleiten; ein zu lascher Zug bot Tatiana eine Gelegenheit zu entkommen (welche leider nicht genutzt wurde), so war die Partie schon nach 18 Zügen vorbei. Anna überstand zwar die Eröffnung unbeschadet, stand aber dann zu passiv und ließ sich den Königsflügel aufreißen. In dieser unerfreulichen Stellung führte ein Taktikfehler zum Zusammenbruch. Die übrigen vier Partien gingen in die Zeitnotphase. Anne hatte zu diesem Zeitpunkt ein Doppelturmendspiel mit ungleichfarbigen Läufern erreicht und wir machten uns erstmals Hoffnung, heute ein 0:6 vermeiden zu können. Allerdings entfernte sich ihr König unvorsichtigerweise vom gefährdeten Minoritätsflügel; nach dem Tausch aller Türme fielen zwei Bauern und es war schnell vorbei. Manuela hatte nach frühem Damentausch ihre Stellung konsolidiert und zu Beginn der Zeitnotphase Ausgleich erreicht, überließ dann aber der Gegnerin einen gedeckten Freibauern, worauf diese sich zuerst ein Bauernopfer, dann auch noch ein Qualitätsopfer erlauben konnte, um ein Freibauernpaar durchzudrücken. Annmarie stand nach der Eröffnung zunächst etwas passiv und gedrückt, doch in der Zeitnot gelang ihr eine raffinierte Stellungsöffnung, wonach sie im Endspiel nerven-stark alles zusammenhalten und einen halben Punkt sicherstellen konnte. Bei Lena entwickelte sich die Partie zunächst sehr langsam, und es sah immer recht ausgeglichen aus. Interessant wurde es, als sie sich zu Beginn der Zeitnotphase einen Doppelbauern auf der e-Linie zufügen ließ. Objektiv vielleicht nicht ganz astrein, doch sie lockte dadurch die gegnerische Dame auf ein ungünstiges Feld und konnte im 40. Zug einen Springer erobern. Diesen Vorteil realisierte sie dann souverän. Mit diesem Ergebnis können wir zufrieden sein, jeder Brettpunkt kann wichtig sein…

Im Parallelkampf gegen die „kleine Schwester“ aus Deizisau konnte Baden-Baden die Blamage von Berlin wiedergutmachen und kam zu einem ungefährdeten 5½:½-Sieg.

Nachdem wir am Samstagabend die Brettpunkte des ersten Kampfes gefeiert hatten (Neu-Teammitglied Maria Grining war mit ihrem gleichzeitig errungenen Remis gegen Stefan Joeres aus dem Jugendbundesligakampf auch dabei), erwartete uns am Sonntag ein starkes Team aus Deizisau, das im Schnitt um 100 Punkte pro Brett überlegen war.

  SF Deizisau 2249 4 : 2 Karlsruher SF 2156
1 WGM Marta Michna 2362 1 : 0 WIM Annmarie Mütsch 2250
2 IM Zoya Schleining 2340 ½ : ½ WFM Lena Georgescu 2229
3 WIM Inna Agrest 2320 0 : 1 WIM Manuela Mader 2190
4 WGM Hanna Marie Klek 2246 1 : 0 WIM Veronika Kiefhaber 2149
5 WIM Mara Jelica 2150 ½ : ½ WIM Anne Moingt 2068
6 WIM Ingrid Lauterbach 2073 1 : 0 Dr. Tatiana Rubina 2050

 Nach gut zwei Stunden kam Lena nach ausgeglichenem Partieverlauf zum Remis, keine Seite konnte hier so richtig etwas unternehmen. Die übrigen Partien verliefen zäh, es wurde an allen Brettern hart gerungen – auf unserer Seite zumeist defensiv. Als erste musste Veronika „dran glauben“; dabei sah der Kampf lange ausgeglichen aus und nach dem Damentausch war eigentlich nichts los, doch plötzlich entwickelte die Gegnerin eine gefährliche Initiative und drang mit ihrem Angriff durch. Tatiana hielt lange gut mit und konnte in der Zeitnotphase sogar einen Bauern gewinnen, doch ihre Königsstellung erwies sich als zu luftig und plötzlich waren die kombinierten Drohungen auf Matt oder Materialgewinn nicht mehr abzuwehren. Zwischenzeitlich begannen wir etwas Hoffnung zu schöpfen, denn Manuela hatte mal wieder einen komplizierten Kampf angezettelt und konnte zwei verbundene auf die Reise schicken. Ihre Gegnerin versuchte ein verzweifeltes Figurenopfer, konnte den Kampf dadurch zwar verlängern, aber nicht mehr drehen. Ungünstiger lief es bei Annmarie. Im Mittelspiel hatte sie optische Vorteile, doch im Endspiel erwies sich ihr Läufer als „lahme Ente“ und konnte nicht alle Schwächen ausreichend decken, so dass ein Bauer und damit bald auch die Partie verloren ging. Anne hatte wie am Vortag eine spannende Partie mit ungleichfarbigen Läufern (dies-mal mit Damen) und hatte sich gegen zahlreiche Angriffe zu wehren, was eine präzise Verteidigung erforderte. Zwar musste sie einen Bauern geben, doch mit sauberer Technik brachte sie den erhofften halben Zähler nach Hause, eine sehr gute Leistung! Damit hatten wir an diesem ersten Frauenbundesliga-Wochenende der neuen Saison zwar einen halben Brettpunkt mehr geholt als gegen die gleichen Gegner in Berlin, doch bei ungünstigerer Verteilung leider ohne Mannschaftspunkt. Hinzu kommt, dass den als Abstiegskandidat eingestuften Erfurterinnen ein 3:3 gegen Hamburg gelang. Die Saison scheint also alles andere als einfach zu werden.

Im Parallelkampf setzte sich Baden-Baden gegen Schwäbisch Hall nach spannendem Verlauf hauchdünn mit 3½:2½ durch und blieb als einziges Team der Liga verlustpunktfrei an der Tabellenspitze.

Unser Team am Sonntag des ersten Frauenbundesliga-Wochenendes in Karlsruhe, v.l.n.r. Anne, Lena, Annmarie, Veronika, Manuela, Tatiana (Foto: ©Stefan Haas)

 

 


Spielberichte früherer Saisons

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Saison 2016/17
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