In der vorletzten Runde der Saison führte uns der Weg zur zweiten Mannschaft der Schachfreunde Neureut. Mit neun Zusagen hatte ich als Mannschaftsführerin sogar den Luxus, als Non-Playing-Captain vor Ort zu sein – zumindest war das der Plan. Doch kurz vor Spielbeginn wurde es noch einmal spannend: Simon war nicht erreichbar und erschien bis 10:05 Uhr nicht in der Badnerlandhalle.
Der Start verlief vielversprechend: Ulas brachte uns schnell in Führung, nachdem sein Gegner durch eine taktische Wendung eine Figur verlor. Danach passierte lange Zeit wenig, bis Franziska ihre Dame so ungünstig positionierte, dass ihr Gegner mit einer Springergabel auf König und Dame drohen konnte. Die Stellung war damit nicht mehr zu halten.
Peter entschied sich in seiner Partie für ein Qualitätsopfer. Wenig später vernachlässigte er jedoch die Deckung seines Springers und musste seinem Gegner die Hand reichen.
Besser lief es bei Paula. Sie gewann im Mittelspiel durch eine Springergabel eine Qualität und verbesserte ihre Stellung anschließend Schritt für Schritt. Im Endspiel konnte sie zusätzlich noch zwei Bauern einsammeln. Als schließlich ihr Freibauer auf b7 kurz vor der Umwandlung stand, gab ihr Gegner auf.
Für Aufsehen sorgte die Partie von Max. Er spielte eine äußerst abenteuerliche Partie und opferte im Mittelspiel gleich zwei Figuren, wodurch der gegnerische König auf g2 stark exponiert stand. Sein Gegner antwortete mit einem Gegenopfer und gab die Dame für einen Turm. Es entstand eine außergewöhnliche Materialverteilung: Max hatte Dame und sechs Bauern gegen Turm, zwei Läufer und vier Bauern. Nach zahlreichen Schachs wurde der gegnerische König quer über das Brett gejagt. Die Partie schien bereits stark in Richtung Remis zu gehen, als sein Gegner den König anfasste, obwohl dieser gar nicht im Schach stand – und zudem der eigene Turm von der Dame angegriffen war. Nachdem er seinen Fehler bemerkte, reichte er Max sofort die Hand. Damit gingen wir wieder in Führung.
Meine eigene Partie begann denkbar ungünstig: In der Eröffnung verwechselte ich die Zugfolge und spielte bereits ab dem neunten Zug mit einem Bauern weniger. Im Endspiel Dame gegen zwei Türme verlor ich nach und nach auch noch die restlichen Bauern und musste mich schließlich geschlagen geben.
Anja hatte zuvor ein Remisangebot ihrer Gegnerin abgelehnt, doch nach und nach wurden sämtliche Figuren getauscht. Am Ende blieb nur noch ein ausgeglichenes Endspiel übrig, sodass sich beide Spielerinnen nach Zugwiederholung auf ein Remis einigten.
Damit lag die ganze Hoffnung auf Jasmin. Sie hatte bereits im 26. Zug ein Remisangebot abgelehnt und kämpfte weiter. Es entwickelte sich ein gleichfarbiges Läuferendspiel, das laut Computerbewertung mehrfach zwischen einer ausgeglichenen Stellung und deutlichen Vorteilen für Jasmin schwankte. Zwar konnte sie einen Bauern gewinnen, fand aber nicht den entscheidenden Gewinnweg. Nach 58 Zügen einigten sich beide schließlich auf Remis.
Somit endete der Mannschaftskampf mit einem 4:4-Unentschieden. Der Punktgewinn war nicht nur für uns wichtig, sondern half auch unserer sechsten Mannschaft, die mit einem Sieg gegen Neureut 2 in der letzten Runde noch vor ihnen bleiben und damit aufsteigen kann. Gleichzeitig brachte uns das Ergebnis im Abstiegskampf weiter: Da Blankenloch zeitgleich gegen Eggenstein verlor, beträgt unser Vorsprung nun zwei Punkte.
Mit diesem wichtigen Zähler gehen wir gestärkt in die letzte Runde und haben den Klassenerhalt weiterhin selbst in der Hand.
| Brett | SF Neureut 2 | Karlsruher SF 5 | Brettpunkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Sanmugalingam, Kapirththan | Wiesner, Paula | 0:1 |
| 2 | Graf, Denis | Mangei, Jasmin | ½:½ |
| 3 | Schulten, Namita | Landenberger, Anja Kathrin | ½:½ |
| 4 | Braun, Eugen | Wiesner, Franziska | 1:0 |
| 5 | Feger, Christian | Klemens, Peter | 1:0 |
| 6 | Orgis, Wolfgang | Wiesner, Maximilian | 0:1 |
| 7 | Kreuter, Edgar | Wodzinski, Kristin | 1:0 |
| 8 | Scherrer, Frank | Uyanik, Ulas | 0:1 |
| Gesamtergebnis | 4,0:4,0 |