Kurzbericht vom badischen Verbandstag 2026

Kommt es zur Fusion?

Ordentlicher Verbandstag ● 20.6.2026 ● Neumühl ● Von Stefan Haas

Der Verbandstag fand am 20.6. in der Turnhalle Neumühl statt und beschäftigte sich vorwiegend mit der möglichen Fusion der Schachverbände Badens und Württembergs.

Nach der Fortsetzung der im letzten Jahr begonnenen Tradition des Totengedenkens durch eine Beamer-Präsentation überraschte unser Präsident Dr. Christoph Mährlein in seinem Jahresbericht mit der Ankündigung, dass sein württembergischer Amtskollege, Dr. Carsten Karthaus, in einem vereinigten Verband kein Präsidiumsamt anstreben würde, während er selbst sehr gerne den neuen Verband anführen wolle. Tableau!

Doch zunächst standen ein paar Formalitäten auf dem Programm. Die Jahresrechnung 2025 wurde mit einer, der Haushaltsplan 2026 mit zwei Enthaltungen und die SJB-Vorlagen einstimmig durchgewunken. Etwas zur Farce geriet dagegen die Entlastung des Präsidiums, da ein Delegierter diese offenbar zu einer persönlichen Abrechnung mit dem Präsidenten nutzen wollte, eine Einzelabstimmung verlangte und ihm dann die einzige Nein-Stimme verpasste. B…B…Bittet mich nicht, den Namen zu nennen.

Die Diskussion über die Fusion verliefen (von einer Entgleisung des o.g. Delegierten abgesehen, der dem Präsidenten auch noch Trump-Methoden vorwarf) recht zahm; Diskussionspunkt war auch hier die Festspielregelung (ein Spieler, der in zwei Kadern gemeldet ist, darf nur drei Mal oben eingesetzt werden). Nachdem die Mittagspause noch einmal Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen gegeben hatte, folgte die lange mit Spannung erwartete Abstimmung (offiziell: Einholung eines Stimmungsbilds). Sie ergab 50 Ja- und 18 Neinstimmen bei 7 Enthaltungen – also nur eine Zweidrittel-, nicht aber die zur Fusion notwendige Dreiviertel-Mehrheit, ist dennoch eine deutliche Verbesserung der Stimmungslage im Vergleich zum Vorjahr, und es scheint, also ob der badische Teil der 3+3-Kommission, nachdem vor Jahresfrist die Initiative – vor allem bei Pressemitteilungen – nach Ansicht vieler zu eindeutig auf württembergischer Seite gelegen hatte, inzwischen die badischen Interessen ganz gut eingebracht hatte, auch wenn noch einige Wünsche offen geblieben sind.

Man muss nun die Reaktion des Präsidiums abwarten, d.h. ob sie die Fusion nun überhaupt weiter verfolgen wollen, zumal da der Präsident schon vor der Versammlung „mehr als 15 Nein-Stimmen“ vor allem finanziell als großes Risko für die Abstimmung in einem Jahr eingestuft hatte.

Auf beiden Seiten war eine Konsternierung zu spüren – bei den Gegnern, weil das Ergebnis knapper als erwartet ausgefallen war, bei den Befürwortern, weil man sich einer größeren Mehrheit zu sicher gefühlt hatte. Wird man nun darum kämpfen, die 7 Enthaltungen auf seine Seite zu ziehen, was für die Dreiviertelmehrheit gereicht hätte?

Der Rest des Verbandstages klang in seltsamer Eintönigkeit aus: Christoph Pfrommer und Markus Haag (Brombach) wurden einstimmig als Kassenprüfer wiedergewählt und die Beschlüsse des Turnierordnungsausschusses (die kaum mehr als redaktionelle Anpassungen sind) hingenommen. Anträge lagen nicht vor. Ob der Verbandstag 2027 (wenn man es versuchen will) als Vereinigungs-Verbandstag am 25.4. in Pforzheim oder (andernfalls) eher etwas später „gerne in Walldorf“ (O-Ton Präsident) stattfindet, ist abzuwarten; und um 14.35 Uhr war der Verbandstag des Jahres 2026 Geschichte.

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