In der ersten Pfingstferienwoche wurde das Sauerland Stern Hotel in Willingen wieder zum Zentrum des deutschen Jugendschachs. Bei der Deutschen Jugendmeisterschaft kämpften die besten Nachwuchsspielerinnen und -spieler Deutschlands um die Titel. Die Karlsruher Schachfreunde waren mit einer großen Delegation vertreten.
Für die Deutschen Meisterschaften hatten sich Sophia, Maximilian, Leon und Abigail als Badische Meisterinnen und Meister qualifiziert. Mara erhielt als Mitglied des Bundeskaders einen Freiplatz. Darüber hinaus gingen Alexander, Jakob und Lucas bei der Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaft an den Start, während Johann im KiKA-Turnier für die jüngsten Schachspieler mitspielte.
Begleitet wurden die Spielerinnen und Spieler von Delegationsleiterinnen Maria und Jasmin sowie Trainer Andi. Für Kristin war es eine Premiere: Sie gehörte erstmals der Gesamtleitung der Deutschen Jugendmeisterschaft an. Unterstützt wurde die Karlsruher Delegation zudem von zahlreichen mitgereisten Eltern.
Bereits bei der Eröffnungsfeier durfte sich der Verein über die erste Auszeichnung freuen. Die Karlsruher Schachfreunde wurden als Mädchen- und Frauenverein des Jahres 2025 geehrt.
Die ersten Partien wurden am Sonntag gespielt. Lediglich Abigail reiste erst am Dienstag an, da die Altersklassen U8 und U8w traditionell etwas später ins Turnier starten.
Für Abigail war es die erste Deutsche Jugendmeisterschaft überhaupt – und sie verlief nahezu perfekt. Als Nummer 13 der Setzliste in der U8w gestartet, musste sie sich lediglich der späteren Deutschen Meisterin Lene Romberg geschlagen geben. Alle übrigen sechs Partien gewann sie und sicherte sich mit 6 aus 7 Punkten die Silbermedaille. Als Deutsche Vizemeisterin hat sie sich gleichzeitig für die Jugend-Europameisterschaft im Herbst qualifiziert. Besonders erfreulich: Da Abigail noch dem jüngeren U8-Jahrgang angehört, darf sie im kommenden Jahr erneut in dieser Altersklasse antreten.
Auch Leon erwischte in der U10 einen Traumstart. Nach vier Runden führte er das Teilnehmerfeld mit der optimalen Ausbeute von 4 aus 4 an. Besonders beeindruckend war sein Sieg gegen den späteren Deutschen Vizemeister Elian von Gehlen, den er in einem spannenden Endspiel mit zwei Türmen gegen die Dame bezwang. In der zweiten Turnierhälfte lief es jedoch nicht mehr nach Wunsch. Mit einem weiteren Punkt beendete er das Turnier auf Rang 17 und blieb damit etwas hinter seinem Setzplatz acht zurück.
Johann sammelte im KiKA-Turnier, dem Schnellschachturnier für Kinder unter neun Jahren, wertvolle Erfahrungen. Das diesjährige Motto lautete „Weltall“, passend dazu gab es auch ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm. Mit drei Siegen belegte Johann unter 60 Teilnehmenden den 38. Platz.
In der Offenen Deutschen Juniorenmeisterschaft verlief das Turnier für Alexander und Jakob nicht wie erhofft. Alexander startete mit zwei Siegen hervorragend, konnte anschließend jedoch nur noch vier Remis erzielen und beendete das Turnier mit 4 Punkten. Auch Jakob kam auf 4 Punkte. Nach zwei Auftaktniederlagen kämpfte er sich mit einem starken Schlussspurt von 3 Punkten aus den letzten vier Partien noch nach vorne. Lucas erfüllte dagegen die Erwartungen nahezu exakt. Von Startplatz 75 aus gestartet, belegte er mit 3,5 Punkten den 67. Platz. Besonders stark war seine zweite Turnierhälfte, in der er sämtliche Punkte sammelte.
In der U18w gingen Sophia und Mara an den Start. Für Sophia war es die letzte Teilnahme an einer Deutschen Jugendmeisterschaft, da sie künftig nur noch in der Altersklasse U25 spielberechtigt ist. Mara reiste mit großen Ambitionen als Nummer drei der Setzliste an, musste das Turnier jedoch nach der zweiten Runde krankheitsbedingt abbrechen. Sophia zeigte insbesondere in der Turniermitte ihre Stärke. Nach zwei Remis folgten drei Siege in Serie, wodurch sie sich gegenüber ihrem Setzplatz noch um einen Rang verbessern konnte.
Für Maximilian war es die erste Teilnahme an der geschlossenen Deutschen Meisterschaft, nachdem er in den vergangenen Jahren bereits bei der Offenen Deutschen Meisterschaft gespielt hatte. Als Nummer 30 der Setzliste unter 34 Teilnehmern ging es vor allem darum, Erfahrungen gegen starke Konkurrenz zu sammeln. Diese Aufgabe meisterte er hervorragend. Nach zwei Remis und einem Sieg zum Auftakt ließ er drei weitere Remis sowie einen kampflosen Sieg folgen. Mit einer Turnierleistung von rund 2100 und einem DWZ-Zuwachs von knapp 50 Punkten konnte er mehr als zufrieden sein.
Neben den Meisterschaftspartien sorgten zahlreiche Begleitveranstaltungen wie Chess960-, Tandem- und Blitzturniere sowie Simultanveranstaltungen für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Nach einer intensiven und ereignisreichen Schachwoche kehrte die Karlsruher Delegation mit vielen schönen Erinnerungen, wertvollen Erfahrungen und einer Silbermedaille im Gepäck nach Hause zurück. Die Vorfreude auf die Deutsche Jugendmeisterschaft im kommenden Jahr ist bereits jetzt groß.