November-Wochenende in der Frauenbundesliga

Wochenende in Rodewisch: Solider Start

1. Bundesliga Frauen • 18./19.11.2017 • 1. + 2. Runde, Auerbach/Rodewisch • Von Veronika Kiefhaber

Nachdem einige unserer stärksten Spielerinnen abgesagt hatten, bestand unser Ziel darin, in der ersten Doppelrunde der Frauenbundesliga in Rodewisch zwei Punkte gegen den Abstieg zu erkämpfen. Trotz nomineller Unterlegenheit gelang uns das am Sonntag – doch beginnen wir von vorne.

Schon viele Male haben wir in all den Jahren in Rodewisch gespielt, oft begleitet von Schnee und Eis, das blieb uns dieses Mal zum Glück erspart. Dafür kannten die Rodewischer Schachmiezen am Brett kein Erbarmen. Wir hatten keine Chancen auf einen Mannschaftspunkt, Rodewisch war mit vier ausländischen Titelträgerinnen zu übermächtig:

Rodewischer SM : Karlsruher SF
1  IM Bodnaruk, Anastasia (2428) 1 : 0 (2154) Mütsch, Annmarie 3
3  IM Stockova, Zuzana (2298) ½ : ½ (2253) WGM Schmidt, Jessica 4
6  WGM Lubbe, Melanie (2285) ½ : ½ (2106) WIM Kiefhaber, Veronika 7
10  WIM Korenova, Martina (2143) ½ : ½ (1938) Scheynin, Julia 10
11  WIM Miturova, Magdalena (2122) 1 : 0 (1819) Juszczak, Anna 11
12  WIM Steinbacher, Claudia (1992) 1 : 0 (1842) Hartmann, Cora 13

Bevor es losgehen konnte, hatte der Schiedsrichter noch für rote Köpfe gesorgt, indem er behauptete, die Spielvereinbarung von Annmarie fehle und sie dürfe deswegen nicht antreten. Dies stellte sich als Irrtum heraus…

Jessica erreichte an Brett 2 gegen Zuzana Stockova aus der Slowakei mit Schwarz problemlos ein Unentschieden. Sie spielte schnell und gab nie Anlass zur Sorge. An Brett 3 war ich gegen Melanie Lubbe lange Zeit am Drücker, es gelang mir jedoch nicht, den Vorteil umzusetzen. Schließlich endete die Partie nach einer Zugwiederholung remis. Einen weiteren halben Punkt erkämpfte Julia an Brett 4 gegen Martina Korenova. Das war es dann leider auch schon.

An Brett 6 setzte sich die Erfahrung gegen die Jugend durch. Cora Hartmann musste sich in ihrer ersten Bundesligapartie für die Karlsruher Schachfreunde Claudia Steinbacher geschlagen geben. Ebenfalls ihr Debüt für die KSF gab Annmarie Mütsch, die es an Brett 1 an beiden Tagen mit sehr starken Gegnerinnen mit Elozahlen über 2400 zu tun hatte. Gegen Anastasia Bodnaruk kam sie in Zeitnot unter die Räder. Anna Juszczak hatte an Brett 5 bei beiderseitiger langer Rochade zu sehr auf den eigenen Angriff gesetzt und eine gegnerische Möglichkeit zu gefährlichem Gegenspiel unterschätzt. Lange noch zog sich dann das Turmendspiel hin, bei dem Anna aufgrund der gegnerischen verbundenen Freibauern aber chancenlos blieb.


Am Sonntag spielten wir gegen Leipzig, eine der Mannschaften, gegen die wir Punkte holen sollten, um die Klasse zu halten.

Karlsruher SF 4 : 2 SV Allianz Leipzig
3  Mütsch, Annmarie (2154) 0 : 1 (2432) IM Szczepkowska-Horowsk, Karina 1
4  WGM Schmidt, Jessica (2253) 0 : 1 (2334) WGM Kulon, Klaudia 2
7  WIM Kiefhaber, Veronika (2106) 1 : 0 (2007) WFM Schulz, Petra 3
10  Scheynin, Julia (1938) 1 : 0 (1980) WFM Dämering, Katrin 6
11  Juszczak, Anna (1819) 1 : 0 (1935) Prof. Dr. Kalies, Grit 8
13  Hartmann, Cora (1842) 1 : 0 (1936) WFM Dr. Just, Anita 9

Stets in der Nähe der Bretter war Jessis Tochter Sophie, die immer für ein Lächeln bei den Spielerinnen sorgte und die Partien, und dabei besonders ihre Mama, beobachtete, ohne zu stören!
Die Begegnungen waren durchweg spannend und jedes einzelne Ergebnis hart umkämpft.

Für unsere Führung sorgte Anna an Brett 5 gegen Grit Kalies. Nach einem kleinen positionellen Überseher schlug sie taktisch zurück und eroberte dabei gleich die Dame. Julia erhöhte auf 2:0. In der Zeitnotphase behielt sie bei knapper Zeit ihrer Gegnerin Katrin Dämering den Überblick und verwertete ihre Mehrbauern. Annmaries König war nach dem Damentausch früh in der Mitte verblieben und fand kein gutes Plätzchen. Mit wenig Bedenkzeit gelang es ihr deswegen nicht, die Figuren koordiniert ins Spiel zu bringen. Damit stand es 2:1. Aus den taktischen Verwicklungen des Mittelspiels ging Cora an Brett 6 gegen Anita Just mit einer Qualität mehr hervor und verwertete diese im Endspiel, 3:1! Mit ihrem ersten Sieg in der Frauenbundesliga sicherte Cora den ersten Mannschaftspunkt dieser Saison für die KSF.

Jessi hatte an Brett 2 im Zuge einiger Abwicklungen zwei Bauern verloren, verblieb in einem Endspiel Dame + Springer gegen Dame + Läufer und versuchte, ein Dauerschach zu geben. Letztlich gelang ihr das leider nicht, und der Punkt ging an Klaudia Kulon bzw. Leipzig, 3:2. Ich realisierte gegen Ende der Zeitnotphase, dass ich nach einer lange Zeit unklaren Partie immer mehr Raum gewann und plötzlich auf der Siegerstraße war. Als das Matt kaum noch zu verhindern war, gab Petra Schulz auf. Somit hatten wir 4:2 gewonnen.

Im Nachbarkampf war es bei Baden-Baden noch ziemlich spannend geworden. Nach einem deutlichen Sieg gegen Leipzig wurde das Match gegen Rodewisch äußerst knapp – mit 3,5:2,5 konnten es die Damen aus Baden-Baden jedoch noch für sich entscheiden.

(Beitragsbild: wikipedia.org)

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